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Die bäuerlichen Verhältnisse im Elsass : durch Schilderung dreier Dörfer / erläutert von A. Hertzog
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III. ABSCHNITT.

Für die Weizenernte per Acker . . . Mk. 4,40.

2 Liter Wein . 0.80.

1 Laib Brod . . 0.52.

Mk. 5,72.

Für das Rühren nnd Häufeln des Tabaks:

in Geld . . . , Mk. 4,80.

Wein und Brod . 1,00.

Mk. 5,80.

Die Weiber erhalten im Sommer Mk. 0,56 mit der Be-köstigung.

Für das Dreschen bestand früher die Sitte in Naturaauszuzahlen, was wenigstens dem Taglöhner für den Betragdas Brod im Hause sicherte, während er heute für dieselbeLeistung, in Geld ausbezahlt, nicht so viel Brod erhält.

Diese Naturalzahlungen haben ihre gute Seite, wieihre schlechte; jedenfalls gab es mehr Stoff zu Uneinigkeitenzwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, als bei der Geld-auszahlung. Denn in schlechten Jahren musste sich der Ar-beiter auch mit schlechtem Brode begnügen, was er dochbeim Geldsystem nicht mehr zu thun braucht; alle dieseVortheile des letzteren sind mehr werth, als diejenigen desNaturalsystems, und würden wir der Wiedereinführung diesesbei Auszahlung- der Löhne gar nicht das Wort reden. FastAlle sehen dies auch ein; nur einige Verehrer alles Altenmöchten auch dies wieder aufgenommen sehen.

Die Naturalauszahlung betrug wöchentlich 8 Sester(60 Liter) des Druschs, und Samstags Abend 1 SchoppenWein. Jetzt wird 1 fr. 75 bis 2 fr. pro Tag bezahlt undjeden Tag V 2 3 / 4 Liter Wein verabreicht. Die Taglöhnehaben seit den 60 er Jahren um 30% aufgeschlagen. Ebensohaben die Gesindelöhne um sehr viel aufgeschlagen, beinaheum 100% verglichen mit dem Jahre 1864. Ein Knechterhält jetzt 280300 fr. mit Kost und Wohnung beim Herrn;eine Magd bekömmt nunmehr 220250 fr. mit Kost undWohnung. <.

Ueber den moralischen Werth des Gesindes ergehenvon Seiten der Herrschaften, sowie über die andern Arbeiter