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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
Entstehung
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DIE MARIURCIIER INDUSTRIE.

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schiedene Sorten solcher Tüchel, deren wichtigste die fol-genden sind.

1. Calcutta.

Diese durch besonders schöne Farben und durch einegrosse Anzahl von Kettenfäden sich auszeichnende Sorte wirdvon allen Tücheln mit der grössten Sorgfalt fabrizirt. DieSüdfranzosen, ihre Hauptabnehmer, verlangen, dass das Tuchwomöglich so steif wie ein Brett ist, ein Beweis, dass dieTücher mehr dem Schönheitssinn , wie dem praktischen Be-dürfnis zu dienen bestimmt sind. Um dies zu erreichen,lassen zwei Firmen die Kette mit einer Maschine schlichten,und nass einschützen, d. h. die Einschussfäden auf den Spulenvor dem Weben in einer Schüssel mit Wasser ganz durch-feuchten. Andere lassen die Calcutta beim Appretiren leimen,was fast die gleiche Wirkung wie obiges Verfahren hat.

Der Verkaufspreis der Calcutta beträgt zur Zeit für diemit rothfarbigen Garnen gewebten Arten 9 fr. bei einerBreite von 85 cm und 8 fr. bei einer solchen von 80 cm.,für die dunkleren dagegen nur 7 fr. das Dutzend.

2. M i 1 a n a i s e.

Diese wie die folgenden Tüchelarten werden von allenFirmen trocken eiugoschützt. Milanaise hat nächst Calcuttadie meisten Kettenfäden, dieselben sind hiergezwirnt,re-torts, d. h. solche, die in der Spinnerei aus zwei einfachenzusammengedreht sind. Der stärkere Halt, der den Fädendadurch verschafft wird, macht hier ein Schlichten der Ketteüberflüssig. Die Milanaise werden sehr sorgfältig appretirt,und erhalten insbesondere dabei einen schönen, seidenartigenGlanz. Das Dutzend dieser Sorte wird nach Angabe deseinen Fabrikanten mit 7,75 fr., nach der eines anderen abernur mit 6,60 bis 6,70 fr. bezahlt.

3. Bombay oder Anglaise.

Die Kette dieser Sorte wird mit der Hand geschlichet.Die Appretur erfolgt in dem einen Etablissement dadurch,dass die Tücher zwischen Glasscheiben, welche mit Wachs