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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
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KAPITEL III.

bestrichen sind, gepresst werden. Das Dutzend verkauft sichzu 6,50 fr.

4. Cotelet oder Venetienne.

"VVio Milanaise ist dies ein Retort - Gewebe und bedarfdaher nicht der Schlichtung.

5. Pignasse.

Das Schlichten der Kette besorgen die Weber selbst.

Cotelet und Pignasse sind die geringsten Arten. Letzterewerden nicht einmal einer Appretur unterzogen, sondern dieTücher werden einfach nur einmal dutzendweise zusammeu-gepresst und kommen dann sogleich in den Handel. DerPreis beträgt 6 fr. resp. 6,70 fr.

Ich bemerke, dass ich die bei jeder Art zuerst an-gegebenen Preise für die der Wahrheit mehr entsprechen-den halte, weil einzelne derselben durch die Aussagen andererFirmen bestätigt werden und ihr Verhältnis untereinanderauch dom Yerhältniss ihrer verschiedenen Qualitäten mehrentspricht.

Das Baumwollgarn zu den Tücheln wird fast ausschliess-lich aus dem Eisass bezogen. Nur die gezwirnten Fädenkaufen manche Firmen lieber in Nordfrankreich, namentlichin Roubais, da sie dort besser und billiger hergestcllt werdensollen als im Eisass, woselbst sie überhaupt nur von NicolaSchlumberger in Gebweiler fabrizirt werden.

Der Geschäftsführer eines Markircher Etablissementsgab mir als Preise für retorts in Roubais 6,50 fr. per Kilo,für die elsässischen 7 fr. bis 7,50 fr. an. Dies trotz desZolles von circa 0,50 fr. pr. Kilo. Als Preis des einfachenungezwirnten elsässischen Garnes nannte er mir 3,40 fr. DasVerhältnis in den Preisen des gezwirnten und ungezwirntenelsässischen Garns erscheint nicht auffallend, wenn man hört,dass das Kilo gezwirnten Garns 80 000 m Fäden, das desungezwirnten aber nur 36 000 m Fäden enthält.

Die Garne aus Mühlhausen und Gebweiler werden inSträngen bezogen und daun meistentheils in Markirch selbst