DIE MARKIRCIIER INDUSTRIE.
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in eine der dort bestehenden 5 Färbereien zum Färben ge-geben. Nur die rothe Färbung, welche gerade für vieleTiichelmuster die wichtigste ist, lassen einige Fabrikantenauswärts besorgen. Früher wurden hierzu allgemein dieKrappfarben verwandt. Die Färbung mit diesen erfordertjedoch ein ungemein kostspieliges Verfahren, weil das Garnnicht wie sonst 1 bis 3 Tage, sondern 6 Wochen lang in derFarbe liegen muss. Dies, sowie der Umstand, dass nur eineFabrik in Zopfingen in der Schweiz sich auf die Behandlungder Krappfarben versteht, lässt den Preis für das Färben von1 Kilo Garn auf 5 fr. zu stehen kommen.
Nachdem nun ein Verfahren entdeckt war, mittelstdessen man den im Krapp enthaltenen Farbstoff künstlichdarstellen kann, werden die so gewonnenen Alizarinfarbenfast allgemein zur Herstellung des Mouchoir-Roth verwandt.Das verbilligt das Färben so, dass jetzt nur noch 1,50 fr.bis 3 fr. für das Kilo bezahlt worden. Mau lässt das Rothnunmehr in Markirch und wegen des billigeren Preises auchin einigen Färbereien der Schweiz dem Garn auftragen. Hinund wieder lässt man auch in Elberfeld roth färben, oderbezieht die daselbst mit türkischen Farben gefärbten eng-lischen Garne. Man zahlt hier 2,50 fr. per Kilo für dasGarn und ebenso viel für die Färbung.
Eine Firma nur hält an den alten Krappfarben fest.Dieselbe exportirt vornehmlich nach Indien und muss dahereine Farbe haben, die den stärksten Sonnenstrahlen zu wider-stehen geeignet ist. Diesen Dienst sind nur die echten Krapp-farben bei sechswöchiger Durchtränkung des Stoffs mit den-selben zu leisten im Stande.
Die Appretur der Tücliel wird durchweg in Markirchselbst besorgt. Man zahlt 0,25 bis 0,50 fr. für den Appreteines Dutzends.
Die Hauptabsatzgebiete für die Mouchoirs waren früherSüdfrankreich und Spanien . Der Absatz nach dem letzterenLande hat seit einem Jahre fast völlig aufgehört. Zu diesemtraurigen Resultat haben verschiedene Ursachen mitgowirkt.Die grossen Unglücksfälle, welche Spanien in rascher Auf-einanderfolge getroffen haben: Krieg, Uebersehwemmuug,