106
KAPITEL VI.
gegen 4 Bäcker. Im ganzen Thal, Weiler ausgenommen,sind 23 vorhanden.
Dieselben leiden mit am meisten von allen Gewerbendurch das geringe Einkommen der Weber, und die dadurcherzeugte Notwendigkeit, denselben längere Credite zu er-öffnen, für welche sie sich kaum durch höhere Waarenpreiseoder erhebliche Zinsen entschädigen können.
Ein Beweis übrigens, wie gering der Weilerthaler dieMühe des Laufens und die dabei verloren gehende Zeitachtet, ist die Thatsache, dass aus Gereuth und Diefenbach?woselbst das Brot um 1—2 Sou theurer verkauft wird alsin Neukirch und St. Moritz , die Leute ihre Kinder häufighierherschicken, damit diese in den bekannten Tragkörbenoft für eine ganze Woche Vorrath an Brot einkaufen.
Nichts wohl ist bezeichnender für die Armuth desThaies, als der Umstand, dass im ganzen Thal uur in derStadt Weiler 4 Fleischer, in den Dorfgemeinden aber sichnirgends solche niedergelassen haben, während in dem be-nachbarten Leberthal jeder Ort mindestens einen Fleischeraufweist. In Steige war früher auch ein Fleischer, hat aberMangels Absatzes sein Geschäft aufgeben müssen. In seinehemaliges Local kommt jetzt alle Samstag Nachmittag einFleischer aus Urbeis so dass die Steiger ihren Sonntagsbratenan Ort und Stelle kaufen können.
Krämereien (Epicerien) und Wirtschaften sind in etwasgrösserer Zahl vorhanden wie die Bäckereien. Von ersterenzählt man am meisten in Steige (6), Meisengott, Gereuth,Thannweiler, Erlenbach (4), Breitenbach, Laach, St. Peters-holz , Urbeis (3). Wirtschaften haben die meisten Urbeis(6), Steige (5), Laach, St. Petersholz, Breitenbach, Meisen-gott (4). Die übrigen Gemeinden haben in der Kegel eineEpicerio und zwei Wirtschaften. Die Anzahl der ersterenim ganzen Thal beträgt 46, die der letzteren 47.
Dass ein gewisser Parallelismus zwischen der Wohl-habenheit einer Gemeinde und der Anzahl der Krämereienund Wirtschaften bestehe, lässt sich nicht behaupten; findenwir doch so arme Gemeinden wie Laach mit 3 Krämereien