ANDERE GEWERBE.
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Darnach lässt sich das tägliche Einkommen einesSchindelmachers ungefähr wie folgt berechnen :
Ausgaben für 2000 Schindeln II. Qual.:
1 Rm. Holz . . . 10,50 Mk.
Fuhrlohn .... 4,00 „
Zinsen und dergl. . 0,18 „
15,00 Mk.
Auslagen für 100 Schindeln 0,75 Mk.
Einnahme „ 100 „ 0,80 „
Reingewinn 0,05 „
Bei einer täglichen Arbeit von 2—3000 Schindeln er-wirbt sich der Mann also 1 Mk. bis 1,50 Mk., eine Summedie mit den mir hierüber direkt gemachten Angaben über-einstimmt.
'Weniger verbreitet als die soeben besprochene Haus-industrie ist die Hottenmacherei. Am stärksten wird sie inBreitenbach betrieben, welches 12 Rückkorbmacher zählt.Von den übrigen Gemeinden haben Meisengott, Laach undSteige je 2 und Gereuth, als einzige Vertreterin des vorderenThaies nur einen aufzuweisen. Wir haben es hier nicht,wie in den beiden vorigen Fällen mit einer exportirenden,sondern einer im Wesentlichen für den Bedarf des Thaiesarbeitenden Industrie zu thun. Sie liefert dem Weilerthalerein Hausgeräth, welches wir schon als seinen steten Begleiterkennen gelernt haben.
Die Technik ist folgende: Den Boden der Hotte bildetein dickes Stück Buchenholz in der Form eines Halbkreises.In den Rand desselben werden eine Anzahl Löcher gebohrtzur Aufnahme dreier starker Stäbe (an den Enden des Durch-messers und in der Mitte des Bogens) und einer Reihe schwä-cherer Stäbe zwischen diesen Grundpfeilern. Dem Bodenentspricht in seiner halbkreisrunden Form ein starkes, nachvorherigem Erwärmen rund gebogenes Holz, in welchesgleichfalls Oeffnungen zum Hindurchstecken der Seitenstäbegebohrt sind. Zwischen den letzteren werden nun feine