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KAPITEL VI.
dünne Reiser hindurchgeflochten, die die Wände vollkommendicht machen. Zu den übrigen Theilen der Hotte ausserdem Boden wird Kastanienholz verwandt.
Die Kosten für dies Fabrikat sind nicht erheblich. DasHandwerkszeug, bestehend aus einer selbstgefertigten Hobel-bank, aus Säge, Bohrer und einigen Schneidinstrumenten, kostetnur 10 — 15 fr. Das nöthige Buchenholz kauft der Mannvon Leuten, die solches für andere Zwecke, z. B. als Brenn-holz gesteigert haben, und bezahlt für ein zur Anfertigungeines Hottenbodens erforderliches Scheit 2 Sou. Das Kesten-holz wird nur von den Abfällen genommen, die beim Zu-richten der Kastanienbäume zu Rebpfählen entstehen. DerHottenmacher erhält es entweder ganz umsonst oder bezahlt4 Sou für die zu einer Hotte benöthigte Menge. Die gesammtenKosten belaufen sich also höchstens auf 20—30 Pfennig proHotte.
Der Preis nun, zu welchem dieselben verkauft werden,beträgt 0,80— 1,20 Mk. für kleinere, 1,60 — 2,00 Mk. fürgrössere Hotten. Zur Anfertigung der ersteren ist ein Tag,zu der der letzteren 2—3 Tage nöthig.
Der geringere Verdienst, den darnach die Ilotten-maclierei abwirft, bedingt es, dass dieselbe nur als Neben-beschäftigung betrieben wird, zumal der Absatz auch des-wegen kein grosser ist, weil die Weilertlialer vielfach sichselbst ihre Hotten anfertigen.
Gleichfalls in das hintere Weilerthal müssen wir unsbegeben, wenn wir eine weitere Kleinindustrie ausfindigmachen wollen, die in Bassenberg 2, in Laach 5, in Grube 2und in Breitenbach 3 Personen beschäftigt, die Besen-macherei. Dieselbe ist dadurch merkwürdig, dass sie eigent-lich gar keine Produktionskosten in sich schliesst. Ein ein-ziges Werkzeug ist nöthig, und dies besitzt ein Jeder, auchwenn er nicht Besen macht: ein Taschenmesser.
Das Material besteht in den vielbenutzten Pfriemen,die Jeder sich im Wald und auf den Bergabhängen umsonstsuchen kann, und einigen Abfällen von Kesten, Eichen, Wei-den oder Haselnusssträuchern, aus denen der Stiel und diedie Pfriemen zusammenhaltenden Bänder gemacht werden.