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KAPITEL VI.
in zwei Hälften, mit deren jeder er das Verfahren fortsetzt.Je nach der grösseren Länge und Breite der Schindeln unter-scheidet man drei Klassen. Von denen der mittleren Artbringt ein Arbeiter jo nach der geringeren oder grösserenSpaltbarkeit des Holzes 2—3000 Stück am Tage fertig.
Die Fabrikate dieser Industrie werden nun entwederin Dorf und Thal an die Consumenten selbst verkauft oderin Handkarren oder Wagen nach Schlettstadt und dem Ober-land gebracht, um dort entweder in den Häusern oder aufdem Markte verkauft zu werden. Haben die Schindelmachernicht selbst Pferd und Wagen, auch solche nicht für längereZeit geliehen, so mietlien sie sich hin und wieder für jedeFahrt ein Fuhrwerk, welches sie bis Colmar 25 fr. kostetund auf welches sie 100000 Schindeln laden können. Nebendiesem direkten Verkauf an die Consumenten treten auchZwischenpersonen als Aufkäufer oder Commissionäre auf.Ersteres sind Kaufleute aus der Ebene, namentlich aus Kesten-holz, die ihr Fuhrwerk selbst in die Dörfer schicken; letzteresind meist selbst Schindelmacher, die im Besitz von Pferdund Wagen sind. Man sieht, dass das Produkt der Schindel-industrie auf den denkbar verschiedensten Wegen zum Con-sumenten gelangt.
Die Produktionskosten setzen sich wie folgt zusammen:Die Säge kostet 9 —11, das Schindelmesser 2 fr., macht zu-sammen 8,80 — 10,40 Mk. Der Holzbock wird zum Schindel-machen selbst hergestellt.
Der Raummeter Nadelholz muss mit 9—12 Mk. bezahltwerden. Von diesem Holz geht durchschnittlich V 5 , beischlecht spaltbarem ’/i, bei besserem 1 /g an Abfällen ver-loren, die dann als Brennmaterial dienen. Endlich mussnoch etwas Stroh angeschafft werden zum Zusammenbindender einzelnen Schindeln.
Die Verkaufspreise sind folgende:
I. Qualität 0,60—0,64 Mk. das Tausend.
II. „ 0,80-1,60 „ „
III. „ 2,40-2,80 „ „