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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
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KAPITEL VI.

Die Weiden werden nun, sollen sie zu den gewöhn-lichen grauen Kartoffelkörben verwandt werden, ungeschältgelassen, sollen sie aber das Material zu den weissen Wäsch-körben liefern, im Wasser erweicht und dann geschält. Vonden gemeinen Körben, die meist nur aus Rhein weiden ge-macht werden, bekommt er 45 am Tage fertig, und er-hält für sie 4050 Pfennig pr. Stück. Die weissen Körbeerfordern einen solidere und sorgfältigere Behandlung undnehmen oft, die grossen einen ganzen, die kleinen einenhalben Tag Arbeit in Anspruch. Natürlich ist ihr Preisauch ein entsprechend höherer. Der Werth der Arbeit be-ruht vorzugsweise in dem geschickten Fechten. Viel Hand-werkszeug ist nicht nötliig, es soll im Ganzen nur 5 Mlc.kosten. Die Zeit des grössten Absatzes ist der Herbst, inwelchem die Bauern für die Kartoffelernte eine grosse An-zahl von Körben benöthigen. Der Korbmacher glaubt, dasser in dieser Zeit wöchentlich 1000 Stück verkaufen könnte.In der Tliat bringt er aber nur 100 zu Stande, die er oderseine Frau auf Karren im Thal herumfahren und von Hauszu Haus zum Verkauf anbieten.