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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
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KAPITEL VII.

knüpfen. Die hieraus gewonnenen Ergebnisse würden aberdurchaus nicht mit den Beobachtungen übereinstimmen, welcheortskundige Leute, sowie ich selbst an Ort und Stelle ge-macht haben. Einzelne der Ziffern geben allerdings dasgleiche Resultat. So gehört Erlenbach, welches die geringsteDichtigkeit zeigt (106), auch zu den reichsten Gemein-den im Thal. Diefenbach und Gereuth , die 116 und 117zeigen, sind zu den ärmsten Gemeinden zu zählen. Ander-seits aber erreicht das grundarme Laach nur 112, Breiten-bach und Steige, von denen namentlich ersteres ein ent-schieden wohlhabendes Dorf ist, 113 beziehungsweise 117.Auch Breitenau mit 107, Thannweiler mit 110, Grube mit111 entsprechen mit ihrem unter dem Durchschnitt stehen-den, und St. Martin mit seiner das Maximum erreichendenZiffer nicht dem thatsächlichen Wohlhabenheitsverhältnisse.

Ebenso wenig wie aus dem Verbältniss der Anzahl derHäuser zu den dieselben bewohnenden Familien dürfen wiraus dem Verhältniss der Anzahl der Häuser zu der gesammtenBevölkerung Schlüsse auf die Wohlhabenheit der Bewohnerder verschiedenen Weilerthaler Gemeinden ziehen.

Im Durchschnitt kommen auf das Haus 5 Menschen,wenn wir Weiler mit einrechnen, 4,9, wenn wir es wegenseiner dem städtischen Charakter entspringenden höherenZiffer (5,7) ausschliessen. Unter den Durchschnitt von 4,9fallen 8 Gemeinden, nämlich Urbeis, Bassenberg, Diefenbach,Triembach, Erlenbach, Steige, Thannweiler und St. Martinmit 4,3, 4,4, 4,7, 4,8, 4,8, 4,8 Bewohner auf ein Haus.Grube, Laach und St. Petersholz zählen 4,9, BreitenauBreitenbach, Gereuth und Meisengott mehr als den Durch-schnitt, nämlich 5,1, 5,2, 5,5 Bewohner auf das Haus.

Woher nun diese auffallende Erscheinung? Warum istdie Dichtigkeit des Wohnens nicht als Maassstab für dieWohlhabenheit der Bevölkerung zu gebrauchen ? Auf Grundmeiner Beobachtungen glaube ich mit Bestimmtheit annehmenzu können, dass dies aus der absoluten Gleichgültigkeit zuerklären ist, welche die dortige, wie vielleicht jede ländlicheBevölkerung gegen die Bequemlichkeit im Raume zeigt.Ich habe wohlhabende Bauern gefunden, die in ebenso engen,