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KAPITEL IX.
gegeben; hoffentlich wird er meinem Rath folgen und sichnicht auch den Rest noch abprellen lassen.
Wenn in den bisherigen Fällen zum Zustandekommendes Betruges ausser der Unredlichkeit des Juden auch nochdie Dummheit des Betrogenen nöthig war, dieser also theil-weise seihst die Schuld seines Unglückes trägt, so hat derJude noch viel feinere Gewebe im Hinterhalt, in die er seinOpfer verstricken und zu Fall bringen kann.
Der Ausgangspunkt solcher Operationen ist das Dar-lehn, welches ja so recht das eigentliche Element desschmutzigen, wie des gewaschenen Judenthums ist. Gewöhnlichfängt es damit an, dass der Bauer den Preis für die gekaufteKuh ganz oder zum Theil schuldig bleibt. Der Jude kenntdann folgende Methoden, ihn übers Ohr zu hauen. Z. B. erpaktirt mit ihm, er soll, falls der Kaufpreis in einer be-stimmten Zeit nicht völlig abbezahlt sei, die Kuh ohne Ent-schädigung für den bereits gezahlten Theil des Preises zu-rücknehmen dürfen. Ist der Termin nun abgelaufen, soreisst ihm der Jude nicht etwa sofort die Kuh aus den Händen.Nein er macht dem Bauer einen freundschaftlichen Besuch,lässt sich von ihm in den Stall führen, besieht sich die Kuhund findet er sie noch nicht fett genug, nun dann ist er so
srrossmüthig: und lässt dem armen Kerl aus reinem Mitleid
das Vieh noch einige Wochen im Stalle stehen. Natürlichmuss der Bauer ihm für diese Gefälligkeit wieder eine kleineAbschlagszahlung leisten. Ist nun die Kuh endlich hübschaufgefüttert, oder trägt sie gar ein Kalb im Leib, sieheda, da kommt die Kralle aus den Sammetpfötchen heraus,und die Kuh mit sammt den Abschlagszahlungen ist ver-schwunden. Geht der Bauer auf die eben beschriebene Ver-tragsklausel — diese lex commissoria, die den Herren
Juristen so höchst interessant erscheint, im wirklichen Lebenaber eine schändliche Uebervortheilung des Schuldners insich scliliesst — nicht ein, so hat der Jude ein anderesMittel an der Hand. Kann der Schuldner zum festgesetztenTermin nicht zahlen, so kauft der Jude die Kuh ihm wiederab, weiss aber dem Bauer vorzureden, dass sie in der Zwi-schenzeit gerade so viel an Werth verloren, als der Mann