3. DIE TÄTIGKEIT DER KOLONIALBANKEN.
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Bank von Martinique und St.-Pierre in eine bloße Geschäfts-stelle umgewandelt. Am 13. I. 1902 gründete die Bank vonGuadeloupe eine Agentur in Basse-Terre . Die Bank von Reunionwurde schließlich durch Dekret vom 5. II. 04 ermächtigt, in St.-Pierre (auf Röunion) eine Geschäftsstelle zu errichten.
Die Zeit, wo die Kolonialbanken die Gründung von Neben-stellen für kostspielig und schädlich hielten, scheint demnachder Vergangenheit anzugehören.
Soviel über die äußere Entwickelung der Kolonialbankenin den Zuckerkolonien.
§ ii-
Über die Banken von Guyane und Senegal können wiruns wesentlich kürzer fassen.
Durch die Sklavenbefreiung wurde die Landwirtschaft vonGuyane tödlich getroffen. Da seitdem Guyaue weder die täg-lichen Lebensmittel noch Exportwaren produzierte, sank seinAußenhandel bedeutend. Die Einfuhr der Kolonie wurde durchdie Ausfuhr von Rohgold bezahlt. Das Goldsuchen in den Fluß-läufen des Awa, Maroni , Carswene und Iniui bildete fast dieeinzige Beschäftigung der Bewohner Guyanes. Die dortige Bankerwarb das Rohgold gegen Abgabe von Banknoten oder An-weisungen auf Frankreich und das Ausland. Die Goldverkäuferließen dann diese Anweisungen in Europa diskontieren und er-hielten dadurch das Metallgeld, das sie zur Bezahlung der Lebens-mitteleinfuhr Guyanes benötigten. Oder aber die Goldverkäuferstellten selbst Tratten auf ihre Verkaufskommissionäre in Europa aus, und die Bank diskontierte ihnen dann diese "Wechsel, derenzweite Unterschrift ersetzt war durch ein Konossement, lautendauf eine Ladung Rohgold. Die Bank sandte das von ihr er-worbene Rohgold an das Diskontkontor. Diese envois d'or natifbildeten den Hauptbestandteil ihrer Rimessen; sie schwanktenaber sehr stark von Jahr zu Jahr und betrugen z. B. 1894/56,8 Millionen fr., dagegen 1899/1900 nur 664 606 fr. and1901/02 wieder 6 Millionen fr. In Jahren geringer Gold -