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I. DIE FÜNF ALTES" KOLOXIALBANKEX.
ausbeute mußten Tratten des kolonialen Schatzamts der Bankhelfen, ihr Konto beim Diskontkontor zu saldieren, da es dannmangels eines anderen Exportartikels in Guyane an Handels-rimessen fehlte.
Das Kapital der Bank von Guyane betrug 1855 bei Beginnihrer Geschäfte 300 000 fr. 1863 wurde es auf 600000 fr. er-höht, wobei auf die neuen Aktien 250 fr. von den Aktionärenbar eingezahlt wurden und 250 fr. pro Aktie dem Reservefondsentnommen wurden. Dieser hatte schon nach 7 Jahren sein ge-setzliches Maximum von 150 000 fr. erreicht, war aber jetzt neuzu bilden. Die Bank von Guyane hatte die Kapitalvermehrungerbeten, weil sie von den damals in Guyane neu begründetenStrafanstalten eine Belebung der kolonialen Landwirtschaft er-hoffte, der es bislang nur an Arbeitskräften gefehlt hatte. DieHoffnung der Bank erfüllte sich aber nicht. Doch dehnte dieBank in der Folgezeit ihre Diskontgeschäfte bedeutend aus Diegesamten von ihr gewährten Vorschüsse stiegen in den ersten10 Jahren stetig bis auf ca. 4 Millionen fr. 1864/5; sieschwankten dann zwischen 4,5 und 2,6 Millionen fr. bis sie1882/3 4,6 Millionen fr., 1891 5,9 Millionen fr. erreichtenund 1893/4 zum ersten Male, 1900/01 zum zweiten Male 6 Mil-lionen fr. überschritten. 1904/5 sanken sie wieder auf 4,7 Mil-lionen fr.
Unter den Kreditgeschäften der Bank nahmen die Diskont-geschäfte die erste Stelle ein. Erntedarlehen hat die Bank niegegeben, wohl aber Darlehen auf Aktien und auf Importwaren.Seit 189S führt die Bank die Warendarlehen von den Aktien-darlehen getrennt auf. Erstere betrugen 189819 nur 16 742 fr.,aber schon 1903/4 160 820 fr. Der Aufschwung ist unver-kennbar.
Die Kontokorrenteinzahlungen nahmen nur langsam undmit Unterbrechung zu, erreichten aber 1902/3 8,4 Millionen fr.mit einem solde debiteur der Bank von 1,3 Millionen fr. DieDepositen betrugen also etwas mehr als das Doppelte des Grund-kapitals der Bank.
Der Notenumlauf betrug 1866 zum ersten Male mehr als