Druckschrift 
Die französischen Kolonialbanken / von Otto Soltau
Entstehung
Seite
77
Einzelbild herunterladen
 

3. DIE TÄTIGKEIT DEK K0L0XIALBA2JKEN.

77

1 Million fr. 1904 stieg er auf 2,5 Millionen fr., das ist etwadas Vierfache des Grundkapitals der Bank.

Betrachtet man die von der Bank von Guyane seit ihrerGründung geübten Geschäftsmethoden, so kann man nicht um-hin, ihre peinlich genaue Beobachtung der Statuten und ihreecht kaufmännische Leitung zu rühmen. Bas allein erklärt dieganz ausgezeichneten Dividenden, die den Aktionären der Bankzuteil geworden sind trotz der relativ geringen und wenig ent-wickelten Geschäftsziffern der Bank. Bei der Erneuerung desKolonialbankprivilegs erkannte man aber die Notwendigkeit, dieZukunft der Bank von Guyane auf eine sichere und breitere Grund-lage zu stellen. 1 ) Das war nur möglich, wenn man endlich Handanlegte an die landwirtschaftliche Nutzbarmachung der Kolonie;es galt ihre "Wälder zur Baumzucht, ihre Weiden zur Viehzucht,ihre Niederungen zur Kaffee-, Kakao- und Vanillekultur zu be-nutzen. Was in dieser Beziehung seit 1901 geleistet wordenist, konnte unsererseits bislang nicht festgestellt werden. Einenerkennbaren Einfluß hat die neubelobte wirtschaftliche Tätigkeitin Guyane höchstens auf die Warendarlehen, auf den Noten-umlauf und auf den Kontokorrentverkehr der Bank ausgeübt.Doch kann man aus den Geschäftsziffern seit 1901 noch keinesicheren Schlüsse ziehen.

Guyanes Hauptgeschäft bleibt nach wie vor der Goldhandel.Deshalb hat der Direktor der Bank von Guyane 1902 in Ma-roni , einem Hauptorte der Goldproduktion, einen Unterkassiererangestellt, um den Zwischenhandel bei den Goldgeschäften zubeseitigen und die Goldproduzenten zu veranlassen, direkt mitder Bank ihre Goldverkäufe abzuschließen.

§ 12.

DIE BANK VON SENEGAL.Die Bank von Senegal hat sich sehr langsam entwickelt.Man hat dabei zu beachten, daß St.-Louis und Dakar, die beidenNiederlassungen der Bank, bloße Handelskontore waren. Des-halb bildeten die "Wechsel und Diskontgeschäfte fast die einzigen

') Vergl. Leveille 2. parlam. Bericht 1898.