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I. DIE FÜNF ALTEN KOLONIALBANKEN.
•Geschäfte der Bank. Die einzige landwirtschaftliche Kultur Sene-gals , die Arachidenkultur, befand sich in den Händen der Einge-borenen und erforderte wenig Kosten. Der Agrarkredit spielte dortkeine Eolle. Von einiger Bedeutung waren noch die Darlehen aufgemünztes oder ungemünztes Gold und Silber. Dagegen gelang esder Bank nur unter großen Schwierigkeiten, ihren Noten beiden Eingeborenen Eingang zu verschaffen. Da diese sich dieArachiden nur mit Metallgeld, nicht mit Noten bezahlen ließen,sah sich die Bank namentlich bei einer reichlichen Arachiden-ernte gezwungen, ganz beträchtliche Geldmengen aus Frank-reich kommen zu lassen. Während die Bank somit alle Lasteneines Geld- und Kreditinstitutes hatte, entging ihr der Gewinndes Wechselgeschäfts infolge der Konkurrenz der großen Handels-häuser in Senegal , die fast alle Handelstratten in ihrer Handhatten. 1 )
Diese Umstände bestimmten die Generalversammlung derAktionäre am 25. I. 1901, die Liquidation der Bank zu be-schließen. Man sah ein, daß die Bank den Handelshäusern gegen-über konkurrenzfähiger gemacht werden müßte und daß sie nebeneiner Kapitalerhöhung, die im Laufe der Jahre schon zweimal{1876 und 1888) stattgefunden hatte, vor allem einer Erweiterungihres Tätigkeitsfeldes und ihres Geschäftskreises bedürfe, um nichtnur zu leben, sondern auch zu blühen und zu gedeihen.
Die Erbschaft der Bank von Senegal hat 1901 die Bankvon Westafrika angetreten, von der weiter unten noch die Bedesein wird.
3. Kapitel.
DIE INNERE ENTWICKLUNG DER KOLONIALBANKEN.
Nach den Ausführungen über den äußeren Werdegang derKolonialbanken dürfte jetzt eine Darstellung ihrer inneren Ent-wicklung an der Hand der einzelnen Kolonialbankgeschäfte amPlatze sein.
') Renaud a. a. 0. S. 213.