74 I. DIE FÜNF ALTEN KOLONIALBANKEN.
Auch die Bank von Guadeloupe hatte 1895 eine unvor-sichtige Gewährung von statutenwidrig hohen Erntedarlehen mitdem Verluste ihrer Reserve sowie von l lz ihres Kapitals zu büßen.
1899 kurz vor Erneuerung des Kolonialbankgesetzes warendie Banken von Martinique und Guadeloupe ohne jede Reserve;die Bank von Reunion begann gerade wieder mit der Neubildungihrer Reserven. Letztere Bank hatte von 1892—97 keine Di-videnden, 1897 nur 2% °lo Dividende verteilt. Die Bank vonGuadeloupe bezahlte von 1895—1901 keine Dividenden, die Bankvon Martinique 1893 noch 13%, 1894:6%, 1895 und 1896 je2°/ n , dann 1897 und 1898 keine Dividende und 1899 wieder5 % Dividende. Allein die Konti der Banken Avaren nunmehrvon allen schlechten Werten gesäubert; sie enthielten nur nochreelle und statutarische Werte.
So konnte unter der Herrschaft des neuen Kolonialbank-gesetzes von 1901 eine neue Periode für die 3 Kolonialbankenbeginnen, in welcher die genaue Beobachtung der Statuten dasLeitmotiv ist, und in welcher mehr auf Bonität denn auf Quan-tität des Portefeuilles gesehen wird. Es wurden verschiedeneneue Reserven gebildet und dadurch die Stetigkeit und Sicher-heit der Geschäftsergebnisse erhöht. Die Erdbebenkatastrophe inMartinique im Mai 1902 hat für den Augenblick die Bankstark mitgenommen, da verschiedene ihrer Wechsel verbranntenund ein Teil ihrer Schuldner ebenso wie der Direktor, Verwaltungs-rat und die meisten Angestellten der Bank dabei ums Leben kamen.Von dauernder Nachwirkung war das Ereignis nicht. Leiderläßt sich von der Brüsseler Zuckerkonvention nicht dasselbesagen. Das auf sie zurückführende weitere Sinken der Zucker-preise hat zu einer Abnahme der Geschäftsziffern der 3 Kolonial-banken geführt, die zu Bedenken Anlaß gibt. Immerhin ist inAnbetracht aller Umstände die gegenwärtige Lage der 3 Kolonial-banken befriedigend.
Bis 1901 hatte keine der 3 Banken eine Zweignieder-lassung gegründet. Zuerst hat dann die Bank von Martinique eine Geschäftsstelle eröffnet und zwar in Fort-de-Prance am1. XL 1901. Seit 1905 ist Port-de-Prance übrigens Sitz der