3. DIE TÄTIGKEIT DER KOLONIALBAXKEX.
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Kupfer wanderten aus, trotzdem ihre Ausfuhr durch Dekretvom 31. VIT 1893 verboten und mit Gefängnisstrafe bedroht war.Eine solche Lage mußte den Importhandel der Kolonie beun-ruhigen, auf den obendrein der hohe "Wechselkurs wie eiu Ein-fuhrzoll wirkte: der Import nahm also ab. Der "Wechselkurs sankallmählich wieder al pari, aber nicht infolge einer günstigerenHandelsbilanz (der Export hatte ja nicht zugenommen), sondern■weil von der Kolonie weniger gekauft wurde.
Auch auf den Antillen wurde die Geldfrage in den 90 erJahren brennend infolge der neu ausbrechenden Zuckerkrise.Der Import überstieg in Martinique den Export um die Hälfte.Eine Feuersbrunst, die 1891 Eort-de-France auf Martinique heimsuchte, und die großen Verwüstungen, die ein Zyklon inden Pflanzungen anrichtete, machten große Kredite des Mutter-landes zum Wiederaufbau der Stadt und zur Wiederherstellungder Pflanzungen erforderlich; sie vermehrten also den Importbei gleichzeitiger Abnahme des Exports. Unter diesen Umständenstieg der Wechselkurs von 2 1 /»°/o (1892) auf 16% (1897). Nichtohne Einfluß darauf war die Konkurrenz einer englischen Kolonial-bank in Martinique, welche die Bank von Martinique veranlaßte,sich mit ihr die Tratten der Zuckerraffinerien von Martinique zu teilen. 2 ) Der Konkurs eines angesehenen Handelshauses inMartinique zwang 1897 die Bank, 2 Millionen fr. aus ihremPortefeuille in die Außenstände zu setzen. Das bedeutete fürdie Bank den Verlust ihrer ganzen Reserve.
In Guadeloupe bewirkte anhaltende Dürre und der niedrigeZuckerpreis eine Erhöhung des Wechselkurses. Dieser stieg 1897auf 28 und 30°/o, ja stellenweise, als die Bank die Ausgabe vonAnweisungen auf Frankreich einstellte, bis auf 50°/o. Wie schonoben S. 62 erklärt, war dieser enorm hohe Wechselkurs nurmöglich infolge Zusammenwirkens von passiver Zahlungsbilanzmit der Valutadifferenz zwischen 2 verschiedenen Währungen.Guadeloupe war ja damals wie Reunion tatsächlich Papier-währungsland.
') Denizet a. a. 0. S. 183.