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Die französischen Kolonialbanken / von Otto Soltau
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I. DIE FÜNF ALTEN KOLONIALBANKEN.

Wir sprachen eben von dem großen Eisiko der Kolonial-banken. Die Kisikofrage wird noch am Schlüsse dieser Arbeiterörtert werden. Hier sei nur bemerkt, daß das Risiko derKolonialbanken zum Teil daher stammte, daß sie kühner warenin ihren Geschäften als etwa ein so altes und so fest gegründetesInstitut wie die Bank von Frankreich eine Eigenschaft, welchedie Kolonialbanken mit allen Kreditinstituten gemein haben,welche neue, noch unbekannte Bahnen einschlagen müssen.

Das Kapital der Banken von Martinique, Guadeloupe undReunion ist jetzt wieder intakt; es war aber oft auf wenigerals 2 /3 seines Nominalbetrages reduziert und die Reserven ganzaufgezehrt. Verluste von über 1 Millionen fr. in einem Jahrewaren gar nicht so selten. Ruinös wirkte vor allem der hoheWechselkurs, indem er die Schuld der Kolonialbanken an dasDiskontkontor erhöhte. Diese Schuld betrugbei der Bank von Martinique im Maximum 7,7 M311.fr. (30. VI. 1891),gegen eine Forderung von 1,5 MilL fr., welche die Banknoch 1889 an das Kontor hatte,bei der Bank von Guadeloupe im Maximum 6,4 Mill.fr. (30.VI. 1895);noch 1889 hatte die Bank an das Kontor eine Forderungvon 6,5 Mill. fr.,

bei der Bank von Reunion im Maximum 8,3 Mill. fr. (30. VI. 1S83),

während ihr Konto beim Kontor 1880 mit 2,1 Mill. fr. zu

ihren Gunsten schloß,bei der Bank von Guj^ano im Maximum 897 707 fr. (30. VI. 1889);

1903 hatte sich dieser sohle debiteur in einen solde cre-

diteur von 667 568 fr. verwandelt,bei der Bank von Senegal im Maximum 1,3 Mill. fr. (30. VI. 1897);

schon 1901 hatte die Bank wieder einen solde crediteur

von 806 529 fr.

Man beachte hierbei den jähen Wechsel! Daß eine hohe Schuldan das Diskontkontor für die Kolonialbanken infolge des 7 °/o igenKontokorrentzinses eine große Last war, ist ohne weiteres klar.

Die Sicherung des Geldumlaufs in den Kolonien war denBanken nur möglich durch ständige Geldeinfuhr (so ließ sichdie Bauk von Guadeloupe jährlich für 1,5 Millionen fr. Geld