2. DIE BANK VON INDOCHINA.
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sind. Sodann aber ist zu beachten, daß wir bislang nur dasbeiden Kolonialbankgruppen Gemeinsame erwähnt haben, nichtdas sie Trennende. Das Letzte hat jetzt aber zu geschehen.
3. Kapitel.
BESONDERHEITEN DER BANK VON INDOCHINA.Die ersten Statuten der Bank von Indochina vom Jahre1875 wichen schon stark ab von den 1874 revidierten Statutender fünf alten Kolonialbanken. Aber diese Abweichungen er-langten erst Bedeutung durch die so ganz anders verlaufeneEntwickelung der Bank von Indochina. Diese war Schuld daran,daß die Abweichungen sich mit jeder Statutenänderung ver-mehrten und daß die Kluft immer größer wurde.
§ 24.
BESONDERHEITEN IN DER BANKVERFASSUNG.
Die Bank von Indochina war zwar mit einem Kapitalvon nominell 8 Millionen fr. gegründet. Da aber nur */* davoneingezahlt wurde, war ihr tatsächliches Grundkapital um 1 j3kleiner als dasjenige der Banken in den Zuckerkolonien. Aberschon 1888 bei der ersten Kapitalerhöhung der Bank von In-dochina zeigte es sich, wie grundverschieden Lage und Ent-wicklungsmöglichkeiten der alten Kolonialbanken und ihrer jungenSchwester waren. Die Bank von Indochina erzielte bei der Aus-gabe von 8000 neuen Aktien einen Ägiogewinn von 75 fr. proAktie, indem sie sich auf jede neue Aktie l \i ihres Nominal-werts = 125 fr. -j- 75 fr. Kursagio = 200 fr. in bar einzahlenKeß. Man vergleiche damit die Schwierigkeiten, unter denensich die durch Dekret vom 15. Xn. 1884 genehmigte Kapital-erhöhung der Bank von Reunion von 3 auf 4 Millionen fr. voll-zog. Lange Zeit erwartete man die Bareinzahlungen auf die2000 neuen Aktien vergebens. Schließlich half man sich durchein Arbitragegeschäft. Die das Kapital der Bank repräsentierendenRentenbriefe wurden verkauft und der Kaufpreis in französischen Staatsobligationeu angelegt. Hierdurch wurde reichlicher Gewinn