106 II. DIE BANKEN VON NEUKALEDONIEN, INDOCHINA UND WESTAFRIKA .
erzielt, 1 ) der zum TeiL zu den nötigen Einzahlungen auf dieneuen Aktien verwendet wurde. 2 )
Die Bank von Indocliina hat auch bei jeder weiterenKapitalerhöhung einen steigenden Agiogewinn erzielt und sichso mühelos eine Ersatzreserve von 16,8 Millionen fr. erworben.Auch sonst waren die Zuwendungen an die Reserven sehr stark,freilich mehr auf Initiative der Bankleitung hin, als auf Grundstatutarischer Bestimmungen.
Von dem Gewinn wird halbjährlich nur 1 /2°/ 0 des einge-zahlten Kapitals dem ordentlichen Reservefonds zugewendet unddann eine erste Dividende von 6°/ 0 an die Aktionäre verteilt.Von dem etwa verbleibenden Restgewinn werden 80°/o als zweiteDividende verteilt, 10 °/o dem Verwaltungsrate zugewendet und10°/o einem besonderen ebenfalls statutarischen fonds de pre-voyance zugewiesen. Dieser hat schon 1893 die ordentlicheReserve überstiegen und war 1906 fast doppelt so hoch als jene(1,7 Millionen fr. gegen 0,9 Millionen fr.).
Die Hauptsache aber sind die starken außerstatutarischenReserven, welche die Bank gebildet hat, z. B. die Immobilien-reserve = 1,5 Millionen fr. (1906), die Reserve für neue Filialenund Geschäftsstellen ebenfalls 1,5 Millionen fr. (1906), die Mo-bilienreserve 344 239 fr. (1906) und die mehrfach bereits er-wähnte Ersatzreserve von 16,8 Millionen fr. (1906). Insgesamtbesitzt die Bank von Indocliina jetzt ca. 24 Millionen fr. Reserven.
Die Aktien der Bank, welche, solange sie nicht vollbezahltsind, Namenaktien sind, werden übertragen durch Abtretungs-urkunde, deren Form der Verwaltungsrat festsetzt.
Jede Aktie gibt Anspruch auf einen entsprechenden Teilam Aktivvermögen der Bank im Falle ihrer Licpuidation. Dieseist wie bei den alten Kolonialbauken geregelt: sie kann statt-
>) Isaak: Pari. Bericht 1898.
2 ) 1875 mußte die Bank jedoch auf ministerielle Verfügung hindiese Staatsobligationen wieder verkaufen und dafür Bentenbriefe an-kaufen. Diese Operation war mit großen Verlusten für die Bank ver-bunden; sie ist wohl auch ein Grund gewesen für die 1899 vorgenommeneKapitalverminderung von 4 auf 3 Millionen fr.