2. DIE BANK VON INDOCHINA.
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das: die Geschäfte in Paris , die Ausstellung von Kreditbriefenund die Beteiligung an der Gründung wirtschaftlicher Unter-nehmungen, sowie an der Emission von Staatsanleihen 1 ).
Als Geschäfte, welche die Bank von Indochina in Paris betreibt, sind zu nennen: das ganze Inkassogeschäft des regu-lären Bankverkehrs, die Annahme von Zeichnungen auf öffent-liche Anleihen, die in den Kolonien oder im Mutterlande eröffnetsind, die Ausstellung von Wechseln und Anweisungen beispiels-weise auf Indochina, China, Indien, Australien , sowie die Diskon-tierung von Tratten und Anweisungen mit zwei Unterschriftenoder von solchen, deren zweite Unterschrift durch ein Konosse-ment ersetzt ist, und schließlich der Kauf oder Verkauf vonGold, Silber und Kupfer.
"Welche enorme Bedeutung die Geschäftstätigkeit in Paris für die Bank hat, zeigt sich vor allem in ihren Wechselgeschäften.Der Kontokorrentverkehr in Paris verschafft der Bank unver-zinsliche Depositengelder, die sie ebenso wie das in der Metro-pole angekaufte Edelmetall je nach Bedarf an ihre Filialenversenden oder zur Tilgung der durch die tirages verursachtenSchuld an das Mutterland verwenden kann.
In gleich günstiger Lage befinden sich die alten Kolonial-banken nicht, da jede Geldsendung, die sie sich aus Frankreich kommen lassen, ihre Schuld an das Kontor erhöht.
Die Möglichkeit, in Paris Wechsel auf den fernen Ostenauszustellen, erleichtert der Bank von Indochina die Kursver-sicherung d. h. die Versicherung gegen das Fallen oder Steigender Wechselkurse, dadurch daß sie für jedes im fernen Ostenabgeschlossene Geschäft ein entsprechendes Gegengeschäft inParis vornehmen läßt.
Die Bank darf ferner — aber nicht nur in Paris — gegenvorherige Deckung Kreditbriefe ausstellen. Kreditbriefe stehenihrem Wesen nach in naher Verwandtschaft mit den Anweisungen;sie sind eine Ermächtigung an eine Bank, einem Kunden eineranderen Bank Geldbeträge bis zu einer bestimmten Höhe anszu-
') Statuten, Art. 15.