122 II. DIE BANKEN VON NEUKALEDOXIEN, INDOCHINA UND WESTAFEIKA.
zahlen. Die Kreditbriefe haben große Bedeutung für alle, welchenach dem fernen Osten reisen und denen ein Kreditbrief eserspart, viel Geld bei sich zu tragen. Bei den alten Kolonial-banken haben die Kreditbriefe keinen Sinn, da ihr räumlichesTätigkeitsfeld zu klein ist.
Die Bank von Indochina nimmt auch Teil an der Emis-sion von Staatsanleihen in allen Ländern, in denen sieNiederlassungen hat. Docli darf der Gesamtbetrag ihrer dabeiengagierten Kapitalien nie höher sein als 1 ji ihres eingezahltenGrundkapitals, es sei denn, daß der Kolonialminister — bei An-leihen, die von einer fremden Regierung ausgegeben werden,auch noch der französische Minister des Auswärtigen —, seineErmächtigung dazu gibt.
Hochbedeutsam ist, daß die Bank von Indochina sich seit1900 sogar beteiligen darf an der Gründung von Finanz-,Industrie- und Handelsunternehmungen, sofern ihr Gegen-stand in Ländern liegt, in denen die Bank Niederlassungen hat.Die Beteiligung der Bank soll nie 1 /3 ihrer Reserven übersteigen.Von der Teilnahme der Bank von Indochina an Agrarunter-nehmungen ist in den Statuten keine Rede. Doch kann die Banknatürlich auch Agrarbanken und Agrargenossenschaften, fallssolche gegründet werden, unterstützen, z. B. durch Gewährungvon Vorschüssen im Wege des Kontokorrentverkehrs.
Diese Gründungs- und Finanzierungsgeschäfte der Bankstempeln sie zu einer Bank großen Stils.
§ 26.
BESONDERHEITEN IN DER GESCHÄFTSFÜHRUNG DER
BANK.
Eine gewisse Großzügigkeit zeigt auch die Leitung derBank wie überhaupt ihre ganze Entwicklung.
Wir machten schon oben auf die großen Reservehaltungender Bank aufmerksam, welche sie gegen alle Eventualitäten sicherstellen. Die Bank hat ferner überall, wo sie sich niederließ, eigeneGrundstücke erworben — ein Zeichen, daß sie der Zukunft ver-traut. Sie stellt Reserven ein für die Verluste, die durch Kurs-