124 II. DIE BANKEN VON NEUKALEDONIEX, INDOCHINA UND WESTAFRIKA .
die Bank ihre in fremden Währungen angelegten Kapitalienregelmäßig zu dem niedrigsten Kurse in Rechnuug, den die be-treffenden Geldmünzen im letzten Semester gehabt haben.
Auch die Bank von Indochina hat unter den schwankendenWechselkursen stark gelitten, sie ist aber in der Wechselkurs-frage erfolgreicher geAvesen als die alten Kolonialbanken.
Als die Bank von Indochina 1875 ihre erste Filiale inSaigon errichtete, bestand der Geldumlauf Cochinchinas nur ausmexikanischen Piastern, die 27,073 gr wogen und ca. 5,50 fr.wert waren. 1883 entstand in China eine große Nachfrage nachSilber. Die mexikanischen Piaster wurden darauf von den chi-nesischen Kaufleuten in Indochina haufenweise nach China aus-geführt. Der Bank von Indochina wurden ihre Noten so häufigund zahlreich präsentiert, daß ihr Metallvorrat unter das sta-tutarische Minimum sank. Dieser Zustand dauerte mit Unter-brechung bis 1885; trotzdem die Bank unter großen Opfernbeträchtliche Mengen von Piastern (1884 allein für 18 Mill. fr.)in Hongkong, Singapore, St. Francisco, London und Paris an-kaufen und nach Indochina einführen ließ. Zur Bekämpfungder Geldkrise trug ferner die Prägung französischer Piaster bei,die von den Eingeborenen sehr gern genommen wurden. 1890gab die Bank auch Noten von 1 Piaster aus (bislang waren' nurNoten von 100 Piastern zur Ausgabe gelangt). Trotzdem bliebdie Piasterfrage schwierig. Sie wurde noch komplizierter durchfolgenden Umstand. Seit Jahren hatte Mexiko zur Saldierungseines Einfuhrüberschusses jährlich bedeutende Mengen vonPiastern zu Eimessezwecken ins Ausland versenden müssen: daserklärte den großen Piasterumlauf im fernen Osten. Nun hatteim Laufe der Jahre Mexikos Einfuhr sich allmählich vermindert,seine Ausfuhr sich gleichzeitig vermehrt; das hatte zur Folge,daß die Piasterausfuhr Mexikos geringer, d. h. daß der Piasterim fernen Osten seltener wurde. Es erwuchs der Bank damitdie Notwendigkeit, für den teilweisen Ersatz der Piaster im Geld-nmlauf der Kolonie Sorge zu tragen. Im Einverständnis mitder französischen Regierung ließ sie 1895, wie sie es schon 1885getan, französische Handelspiaster für den Gebrauch in Indochina