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in Paris prägen. Diese Maßregel versprach auch diesmal Erfolg,da die Asiaten jede Münze nur als einen Metallbarren betrachten,dessen Prägung seinen Feingehalt und sein Gewicht beglaubigt.Leider beging man den Fehler, den französischen Piaster zuschwer auszuprägen. Von den im fernen Osten umlaufendenMünzen hatte der mexikanische Piaster ein Gewicht von 27,073 gr,der japanische Yen wie der amerikanische Dollar ein solches von26,756 gr. Bei einem Gewichte von 27,215 gr wog der fran-zösische Piaster fast 1 % mehr als der Yen, Dollar oder dermexikanische Piaster. Die Folge war, daß die französischen Pi-aster kurz nachdem sie in Indochina eingeführt waren, wiederauswanderten und nur gegen ein Aufgeld wieder zurückkehrten,was in ungünstiger Weise auf Diskontsatz und Wechselkurs ein-wirkte. Die Erhöhung des Diskontsatzes und der Wechselprämiegegen Übernahme der Verpflichtung seitens der Bank, dem Handeljederzeit die nötigen Rimessen nach China zu liefern, waren nurPalliativmittel gegen den Geldabfluß. Hilfe brachte erst das De-kret vom 8. Juli 1895, welches das Gewicht der französischen Piaster auf 27 gr herabsetzte. Der geringe Gewichtsunterschiedzwischen dem neuen französischen Piaster und den anderenSilbermünzen des fernen Ostens ist jetzt nicht mehr imstande,eine Auswanderung der französischen Piaster nach China zu ver-anlassen. 1 ) Der innere Geldumlauf Indochinas ist damit sicher-gestellt und der Bauk die Sorge für die Erhaltung eines hin-reichenden Metallbestandes genommen. Aber die Schwankungendes Wechselkurses blieben. Ein erster Schritt zu ihrer Beseitigunggeschah dadurch, daß die Einfuhr mexikanischer Piaster nachIndochina verboten wurde. Gleichzeitig wurden große Mengenfranzösischer Piaster nach Indochina eingeführt; ihnen gelang es,die mexikanischen Piaster fast ganz aus dem Geldumlauf Indo-chinas zu verdrängen. Hierdurch ging dem Handel ein Mittelzu Rimessen nach China verloren. Aber man näherte sich zu-gleich dem Ziel, den Kurs des französischen Piasters ledigliclivom Silberpreise und von der Zahlungsbilanz Indochinas ab-
') Vergl. Denizet a. a. 0. S. 198/9.