2. DIE BAAK VON IXDOCHIXA.
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Bank von Indochina zu ihren Gesaratvorschüssen (= Diskont--j-Darlehensgeschäften) ein. Es betrugen:
Diskontgeschäfte
Jahr Diskontgeschäfte Gesamtvorschüsse in % der
Gesamtvorschüsse
1884 13,07 Mill.fr. 34,88 Mffl. fr. 37,50 °/o
1894 40,19 „ „ 80,78 „ ,, 49,76"/,,
1904 170,24 „ „ 380,58 „ „ 44,73 o/ 0
1882/1904 1582,84 „ „ 3160,61 „ „ 50,01 <>/o
Im Durchschnitt wurde die Hälfte aller Torschüsse derBank im Wege des Diskontgeschäfts erteilt: 1892 sogar fast 2 /s.Bei den Diskontgeschäften der Bank handelt es sich nur umDiskontierung von Platzwechseln, deren Höhe direkt abhängigist von den Konjunkturen, in Cochinchina z. B. von der Reis-ernte. Ist diese sehr gut, so ist die Reisausfuhr groß und damitauch die Zahl der diskontierten Platzwechsel. Eine schlechteErnte macht dagegen eine Reiseinfuhr nötig, die wiederum einelebhafte Bewegung im Diskontverkehr hervorruft. Nur einemittelmäßige Ernte, welche keinen bedeutenden Reishandel zuveranlassen imstande ist, läßt auch die Diskontgeschäfte abflauen.
Zu interessanten Ergebnissen führt eine Betrachtung dereinzelnen Darlehensgeschäfte der Bank von Indochina in ihremVerhältnis zur Summe aller von der Bank gewährten Darlehen.
Während die Erntedarlehen bei den alten Kolonialbankeneinen beträchtlichen Teil der von ihnen gewährten Darlehenausmachten, hielten sie sich bei der Bank von Indochina stets inbescheidenen Grenzen und scheinen kaum jemals 2 Millionen fr.erreicht zu haben. Doch ist die durchschnittliche Höhe derErntedarlehen bemerkenswert. Die Bankstelle in Hanoi z. B.gewährte 1898 für 150 000 Piaster prets sur recolte, die sichauf ca. 1000 Darlehensempfänger verteilten; das macht imDurchschnitt 150 Piaster = ca. 400 fr. pro Kopf. 1 ) Das Beispielzeigt, daß auch die kleinen Reisbauern bei der Bank Hilfe undBerücksichtigung fanden.
Im Gegensatz zu den Erntedarlehen spielten die Waren-
') Economiste franijais 1899, 2. sem. p. 193.