64 I. DIE ENTWICKELUNG DER SPANISCHEN STAATL. ZAHLUNGSMITTEL.
valutarische Silbergeld nur unter der Bedingung, daß man ihmin Spanien einen höhern Wert als dem niedrig bewertetenspanischen Silbergeld beilege und die einmal bestehende Tari-fierung aufrecht erhalte, die dem Weltmarktpreise für Silbereher entspreche.
Die Holländer, welche 1776-1806, die Engländer, welche1820-23 dem spanischen Staate gewaltige Anleihesummen be-willigt hatten, zogen sich nach dem Abfall der spanischen Kolonien aus den spanischen Anlagen zurück, und nur diefranzösischen Bankiers, welche noch immer eine hohe Meinungvon dem Wohlstande der spanischen Nation hatten, schossendem spanischen Staate die großen Summen vor, die er zurDeckung der jährlichen Defizits seines Staatshaushaltes benötigte.So wurden vom spanischen Staat in den Jahren 1826-1834folgende Anleihen in Paris aufgenommen:
1826: 105 Millionen Realen vn
1827 400
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1830: 293
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1831 6311834: 400
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Genog? 195Für das Geldwesen Spaniens hatten sie die Folge , daß franzö-sisches Geld vollkommen den spanischen Markt beherrschte unddaß trotz ungünstiger spanischer Handelsbilanz Frankreich gegen-über der spanisch - französische intervalutarische Kurs fast ständigfür Spanien günstig war.
Zwar hatte der spanische Staat versucht, Privatleute zubewegen, Geld spanischen Gepräges zu schaffen und im Jahre1824 unter Herabsetzung des Schlagschatzes auf 2,25% beimGolde und auf 4,02% beim Silber den Ankauf der Mark feinenGoldes mit 3040 Realen vn, der Mark feinen Silbers mit 181Realen vn angeordnet, ¹) aber dieser Tarif blieb unwirksam, daes für die Spanier vorteilhafter war, sich für ihr Gold undSilber französische Silber- Napoleons zu beschaffen.
In den Jahren 1824-1833 wurde die ganz geringfügige
1) Federico G. Patón, La fabricacion de las monedas, Madrid 1903,Münztabellen I und II.