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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
Entstehung
Seite
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§ 7. DIE AUFHEBUNG DES GENETISCHEN BIMETALLISMUS.

17 778 kg

1801-1810

1811-1820

11 445

وو

1821-1830

14 216

دو

1831-1840

20 289

999

103

so stieg sie 1848-1851 auf 113000 kg

nach 1851 auf mehr als 200 000

وو

Die ,, unausbleibliche alsbaldige Entwertung des Goldgeldesgegenüber dem Silber" wurde nun ein beliebtes Thema in derspanischen Presse , und man begann sich wegen der drohendenGoldüberschwemmung zu beunruhigen, da man die Steigerungder Goldproduktion nicht nur für vorübergehend hielt.

Während man nun in Frankreich das akzessorische Gold-geld mit negativem Agio weiter prägte und die freie Gold-prägung bestehen ließ, entschloß sich die spanische Regierung,die Prägung von Goldgeld zu suspendieren. Hatte man sichin Spanien bisher streng nach Frankreich in der Währungspolitikgerichtet, so wollte man jetzt selbständig vorgehen. Die Regierungkam zu der Erkenntnis, daß bei freier Ausprägbarkeit beiderMetalle, zumal zu einer vom Londoner Metallmarkt so abweichendenRelation, dem spanischen Geldwesen große Gefahren drohten.

Die damaligen Schritte des spanischen Staates wurden auchdurch die Maßnahmen anderer Staaten bestimmt.

In Belgien hatte man im Dezember 1850 gesetzlich an-geordnet, Goldgeld sollte nicht mehr frei ausprägbar sein; 1)auch hatte man dort alle fremden, sogar die stark verbreitetenfranzösischen Goldmünzen , außer Kurs gesetzt.

Namentlich aber das Beispiel der holländischen Regierung 2)war für den spanischen Staat maßgebend. Holland war dererste Staat, welcher sein Goldgeld als Ware auf dem Markteverkaufte. Zwar waren Hollands Maßnahmen nicht direkt undunmittelbar durch die kalifornischen Goldströme nach Europaveranlaßt , waren aber dadurch beschleunigt worden.

1) Belgien hatte seit dem 5. 6. 1832 das französische Geldsystem.Jetzt wurde es zu einem Lande des Silbermonometallismus.

2) Holland lebte seit 1816 unter der Herrschaft des Bimetallismus.