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II. DIE WÄHRUNGSÄNDERUNGEN DER JAHRE 1848-1868.
und der Peso hatte seit 1851 stets Neigung, der englischenValuta gegenüber hoch zu stehen. Englisches Goldgeld war anspanischem Silbergelde gemessen wenig wert.
Da aber englische Wechsel in Spanien schlecht verwendbarwaren und da andererseits die Goldprägung in Spanien gesperrt war, sahen sich die spanischen Exporteure gezwungen, definitiveBezahlung ihrer Waren in London in Silber, dem teueren Metall,zu verlangen und hatten deswegen einen Nachteil beim Unter-bringen ihrer Produkte in England.
Deshalb richteten verschiedene Handelskammern, unterihnen die von Madrid, wiederholt Eingaben an die Regierungmit dem Ersuchen, die freie Goldprägung wiederherzustellen.Als Stützpunkt dieses Verlangens diente ihnen das Beispiel derStaaten England und Frankreich, die keine Maßregeln gegenden Zufluß von Gold ergriffen hatten. Sie wiesen darauf hin,daß Goldgeld in Spanien nicht übermäßig vorhanden, eher so-gar in ungenügender Menge da sei.
Diesem einseitigen Verlangen der Kaufmannschaft gab dieRegierung nach. Sie sah nicht darauf, daß durch den günstigenStand der spanischen Valuta dem englischen Gelde gegenüberdie Importeure und die Konsumenten ausländischer Produktevorteihafter gestellt seien, daß ferner die Zinsenzahlung desStaates an England dadurch erleichtert sei. ¹)
Die spanische Regierung erklärte nun, die Gründe zurVorsicht vor einem zu großen Goldandrang seien zwar nichtverschwunden, die Unsicherheit und Verwirrungen, welche diegesteigerte Goldproduktion anfangs hervorgerufen habe, seienjedoch vorbei. In Frankreich habe man sehr viel Goldmünzengeprägt, man habe jüngst sogar goldene 5- Frankenstücke ein-geführt, um für Goldgeld eine breite Basis zu schaffen undWirkungen eventuellen Überschusses abzuschwächen. 2) Zur Er-leichterung der Handelstransaktionen mit England wolle manin Spanien die freie Goldprägung wieder zulassen.
1) Im Jahre 1851 hatte der Staat die 1836 unterbrochene Zahlungseiner Zinsen ans Ausland wieder aufgenommen.
2) Nach Angaben Piersons( auf der Pariser Münzkonferenz von 1881)