258 IV. DIE INTERVALUTARISCHEN BEZIEHUNGEN DER PESETA SEIT 1883.deutendste Finanzmann Spaniens , der Ministerpräsident Villaverde,der jedoch in Währungsfragen durchaus auf dem Standpunktder klassischen Nationalökonomie stand.
Im August des Jahres 1903 brachte er ein umfangreichesProjekt vor die Kammern, in welchem er die Notwendigkeitund die Mittel zur Heilung der Valuta klarlegte. In einer vonihm selbst unter dem Titel
ג,
, Gesetzesvorschlag zur Regulierung und Verbesserungder auswärtigen Wechselkurse sowie zur Anbahnung derWiederherstellung des Goldumlaufs und der Prägung vonGoldmünzen"
verfaßten Denkschrift legte er den Cortes die Motive für einenotwendige Währungsänderung und die Mittel zur Beseitigung des Agios folgendermaßen dar:
,, Für die Wahl der Währung sei der Auslandshandel, dersich größtenteils in Devisen vollziehe, maßgebend; der Devisen-handel bestehe aber darin, daß man das Geld des Auslandesmit einheimischem Gelde kaufe. Wenn aber der Auslandspreisin Gold zu entrichten sei und man ihn nur, wie es in Spaniengeschähe, in Silber zahlen könne, so müsse notwendigerweisedas Silber oder die in Silber einlösbare Banknote ein Disagiogegenüber Goldvaluten haben. Da sich dies in Spanien inKrisen äußere, so könne man nicht die Ungunst der Zahlungs-bilanz oder übermäßige Schulden ans Ausland als Grund dafürhinstellen, sondern es sei aus den Fehlern des monetären Um-laufs zu erklären, aus jeglichem Mangel Spaniens an gutem,barem Gelde, das im Auslande als vollgültig angenommenwerde und durch seinen Metallwert garantiert sei. Da dereffektive oder innere Wert des Geldes ein wesentliches Elementseiner Schätzung im Auslande bilde, so müsse man in SpanienGold in Zirkulation setzen."
Ihm erschien wie allen Metallisten der spanisch- fran-zösische Wechselkurs nur als Austausch von Gold gegen Silber-peseten, einer Goldquantität von hohem und einer Silberquan-tität von geringerem Werte. Wie aber z. B. in Niederländisch-Indien das einzig dort zirkulierende Silbergeld einen Paristand