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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
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§ 13. ERFOLGLOSE VERSUCHE ZUR BESSERUNG DES PESETAKURSES.gegenüber Goldvaluten haben konnte, wie in andern Länderndie uneinlösbaren Banknoten ihren Kurs gegenüber dem valu-tarischen Gelde von Goldländern vollständig behaupten konntenund wie Geld ohne materielle Substanz sich derselben inter-nationalen Schätzung erfreuen konnte wie Goldgeld ¹), das konntendie Goldmetallisten nicht erklären.

Das von Villaverde vor die Kammern gebrachte Projekthatte folgenden wesentlichen Inhalt: Im Rahmen des Münz-gesetzes von 1868, modifiziert durch das Gesetz über die Auf-hebung der Silberprägung, soll die Währung auf die Basis desGoldgeldes wieder gebracht und die Goldprägung auch durchPrivate aufgenommen werden. Die Regierung hat ein Datumzu bestimmen, von welchem an die Goldpeseta Rechnungseinheitund Währungsgeld( patron monetario) sein und als einzig freiausprägbares Kurantgeld kursieren soll. Bis zu dem Termin,von welchem an Silberduros nur in beschränkter Anzahl inZahlung zu nehmen sind, behalten diese ihre volle gesetzlicheZahlkraft."

Man wollte also auf obligatorische Barzahlungen lossteuern,und das valutarische Geld sollte Barverfassung mit dem alleinfrei ausprägbaren Metall Gold haben.

Für die Übergangszeit schlug Villaverde vor: Um dieStabilität der Wechselkurse und eine progressive Reduktiondes Frankenagios zu erreichen, wird in der Bank von Spanienein Wechselbureau( Oficina de cambio) unter der Überwachung

1) Italiens Währung konnte den Vertretern der metallistischenIdeen das Irrtümliche ihrer Ansichten am besten beweisen. Die ValutaItaliens, Papiergeld mit Zwangskurs, stand damals ungefähr auf demPari mit dem Franken, während spanisches Silbergeld, welches stofflichenWert hatte, ein so starkes negatives Agio gegenüber dem Franken auf-wies. Hatten italienische Noten 1894 noch ein negatives Agio von 16%,so war dieses durch Erschließung neuer Reichtumsquellen, durch ver-mehrten Export, verminderten Import wie durch Goldrimessen aus demAuslande von Seiten italienischer Auswanderer permanent und beträchtlichgefallen. Durch verstärktes Angebot von Golddevisen waren dort dieKurse der fremden Valuten gesunken, ohne daß der Stoff noch dieQuantität der italienischen Zahlungsmittel verändert worden war.

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