ZENT UND VOGTEI.
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quartiere und Durchmärsche verursachten Kosten aufgebracht.Auchdie 4000 fl. Dotalgelder, welche jede Comtesse des gräflichenHauses bei ihrer Verheiratung erhielt, wurden als sog. Fräulein-steuer nach dem Schatzungskapital ausgeschlagen. Hierzu trat inden einzelnen Landesteilen zum Unterhalt der Zentralbehörden (Re-gierungen) der einzelnen gräfl. Spezialhäusereine Extraschatzung.
In der Grafschaft betrug um die Mitte des 18. Jahrhundertsdie jährliche Höhe der Schatzung von 100 fl. Schatzungskapitalzunächst im allgemeinen auf Pfingsten und auf Weihnachten je 2 fl., dazu kam eine Extraschatzung von je 1 fl. auf die-selben Termine, und endlich für das gräfliche Kreiskontingentmonatlich 1 fl., zusammen demnach 18°/o des Schatzungskapitalsoder etwa 2°/o des •wahren Vermögens 1 ). In der HerrschaftBreuberg dagegen entrichteten die Untertanen an die Condotni-natherrschaft jährlich zwei Schatzungen, eine auf Petri, dieandere auf Bartholomaei, und jede betrug von 100 fl. Schatzungs-kapital 2 fl. 15 albus 2 ), im ganzen 5°/o 3 ).
Während die „erbachische Landschatzung“ vorwiegendöffentlichen Zwecken diente, besaß die Schatzung, welche dieFreiherrn Echter von Mespelbrunn und die Grafen Ingelheim
0 Nach den Angaben von Heyl, SLB. Reichenb.
2 ) LTA. XI (Beschreibung der Herrschaft Breuberg d. a. 1731).
3 ) Der Etat der Gräfl. Erbachischen gemeinschaftlichen Landschafts-kasse enthält beispielsweise für das Jahr 1748 folgende Summen:
I. Einnahmegeld
Rezeß. 15 586 fl.
Auf rückständige Schatzung und Monathgelder. —
Ordinaire Schatzung. 5716 ,,
Zu Salarirung gemeinschaftl. Kanzlei .... ■. 1176 ,,
Extraordinaire Schatzung. 1226 ,.
Monath-Geld. 8251 „
Winter-Quartier-Ge ldMagazingeld ....Campementsgeld . .Türckensteuer . . .
Aufgenommene Capitalien. 4250 ,,
Gelehnte Gelder. 1850 „
Insgemein.’.12166 ,,
Summa 50224 fl.