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Das Unternehmereinkommen.
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40—50 Millionen den Lohnarbeitern zu, es sind zusammen mit einigen weitern kleinenPosten nahe an 600 Millionen Kronen.
231. Das Unter nehm ereinko mm en, sein Wesen, seine Aus gl ei chung.Der Unternehmergewinn ist (vgl. I S. 416) früher bald als Kapitalgewinn, baldals Arbeitslohn aufgesaßt worden. Er wird jetzt allgemein und mit Recht als einebesondere Art des Einkommens betrachtet. Er unterscheidet sich von Lohn und Gehaltsowie von deni bedungenen Kapitalzins dadurch, daß er an sich unsicher, jedenfallsseiner Höhe nach nicht im voraus festgesetzt ist, ja daß er sich in eine Zubußeverwandeln kann; er ist nicht Kapitalgewinn und Arbeitsentgeld, weil er aufFaktoren beruht, die von Kapital nnd Arbeit unabhängig sind. Er ist einErgebnis der Geschäftsthätigkeit, wie es sich am Schluß des Jahres aus den Pro-duktionskosten und den Verkaufspreisen, aus deren Vergleichung, dem Reinertrag ergiebt.Er fließt der Einzelperson oder der Gesellschaft, der Korporation u. s. w. zu, welchedas Geschäft begründet hat, auf deren Gefahr es geführt wird. Man hat mit Rücksichtauf die heutigen komplizierten Betriebsformen arbeitende und nichtarbeitende Unter-nehmer (Aktionäre, Genossenschafter u. s. w.) unterschieden. Juristisch sind ja dieDividenden beziehenden Aktionäre u. s. w. Träger der Unternehmung; in Wirklichkeit,psychologisch und wirtschaftlich sind die Mehrzahl solcher Beteiligten nur Bezieher vonschwankenden Renten; die thatsächlichen Unternehmer sind immer diejenigen wenigenPersonen, welche die Geschäfte leiten. Daß die größeren Geschäfte in Aktien-, Trust-,Genosscnschaftsform ein ganz neues Element in das Wirtschaftsleben einführen, Ge-fchäftsbetriebe mit beauftragten Vertrauensmännern, Beamten, mit anderer breitererRisikoverteilung als das Privatgeschäft darstellen, haben wir oben schon (I § 138—147)näher gesehen. Davon ist hier nicht weiter zu handeln, sondern nur von der Naturdes Unternehmereinkommens an sich.
a) Die Unternehmer stehen heute als die Verantwortlichen Lenker der Produktionund des Handels zwischen den übrigen Klassen der an der Produktion Mitwirkendenund den Konsumenten. Sie sind es, die auf der einen Seite heute ein-, auf der andernmorgen verkaufen; sie verlangen bestimmte Mengen von Land, Gebäuden, Maschinen,von Rohstoff und Hülfsstoff, von Kapital und Arbeit, sie suchen diese so billig alsmöglich zu erhalten; sie haben zu rechnen, welche Mengen von Produktionsmitteln undhalb fertigen Waren sie an die Produzenten der weiteren Verarbeitungsstadien, vonfertigen Waren an die Händler und Konsumenten des In- und Auslandes künftig abfetzenkönnen und zu welchen Preisen. In den stets sich fortsetzenden ungeheuren und wechsel-vollen Prozessen der Gütererzeugung und des Güterumsatzes haben die Unternehmer stets dieaus der Vergangenheit stammenden Produktionsmittel, Rohstoffe u. s. w. mit ihrenheutigen Preisen und den zukünstigen Bedarf mit feinen ungewissen zukünftigen Preifenzu überblicken und nun spekulierend zu überlegen, wie sie es einrichten können, daß ihrverkäufliches Produkt ihnen niehr eintrage, als ihre Kosten ausmachen. Sie haben inder Regel weder die Preise ihrer Auslagen, noch die ihrer Verkaufsprodukte in derHand; beide bilden sich auf dem Markte, sie müssen ihre Produktenmenge, ihren innerenBetrieb, die auszuwählenden Mittel und Wege, die Methoden diesen ihnen gegebenenFaktoren anpassen. Ihr Einkommen hängt 1. ab von dem Maße, indem sie die Preise derProduktionsmittel und die der verkäuflichen Produkte richtig erkennen und vorausfehcn;sie müssen hohe kaufmännische Fähigkeiten haben, Quellen, Bedars, Konkurrenzverhältnissegenau kennen oder vielmehr immer neu richtig zu schätzen vermögen. Und es ist 2.bedingt von dem Maß, wie sie nach Innen verstehen, die rechten Leute auszuwählenund in rechte Verbindung zu bringen, die best möglichen Maschinen und Methodenzu verwenden, ihr Geschäft an den passendsten Ort zu legen, jede unnötige Ausgabe zuvermeiden. Beides sind schwierige Funktionen, der kleinste Fehler auf beiden Gebietenbringt Verlust, das Verharren in hergebrachten Geleisen genügt immer weniger, jekoniplizierter der Weltmarkt und die Technik werden. Das kaufmännisch spekulierendeund das organisatorisch technische Talent muß unausgesetzt nach Verbesserungen aus-spähen, wenn die Konkurrenz nicht das Geschäft vernichten soll. Kleine Verbesserungen in