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Das landschaftliche Kreditwesen Preussens : agrargeschichtlich und volkswirtschaftlich betrachtet ; ein Beitrag zur Geschichte der Bodenkreditpolitik des Preussischen Staates / von Hermann Mauer
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164 ERGEBNISSE: II. DIE PREUSSISCHE BODENKREDITPOLITIK.

Kreditorganisation der bestehenden ritterschaftlichen angegliedertwerde. Sie unterstützte somit die Ausdehnung des landschaft-lichen Kreditsystems auf den bäuerlichen Grundbesitz im We-sentlichen aus sozialpolitischen Motiven. Erst im Laufe derZeit traten diese mehr in den Hintergrund, und man ließ sichdurch Erwägungen wirtschaftlicher Natur dazu bestimmen, dieOrganisation des bäuerlichen Bodenkredits zu fördern.

Erst während der letzten drei Dezennien des XIX. Jahr-hunderts ist aber der Satz zur allgemeinen Anerkennung ge-langt, daß der bäuerliche Grundbesitz zu seiner Erhaltung einesBodenkredits bedarf, der unkündbar, relativ billig und amor-tisabel ist. Da diesen Anforderungen nur der Landschaftskreditgenügt, so hat es die Regierung als ihre Aufgabe betrachtet,seine Ausbreitung in den bäuerlichen Kreisen nach Möglichkeitzu fördern. In dieser Aera der staatlichen Betätigung auf demGebiete des ländlichen Bodenkredits befinden wir uns nochheute. Das Ziel ist: Verdrängung des Individualkredits durchden organisierten Kredit.

Diese Forderung, die Friedrich der Große für den grund-besitzenden Adel erhoben hat, stellt der heutige Staat für dengesamten, insbesondere auch für den bäuerlichen Grundbesitz.