1. DIE EINÖDEN- UND DORFWIRTSCHAFT.
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Hauptelemente dieser wirtschaftlichen Gliederung einmal dieIlofmarchen und Edelsitzo, die sowohl unter sich als auchmit den bei den Klöstern befindlichen Wirtschaften, was dieArt der Verwaltung und des ganzen Wirtschaftsbetriebesbetrifft, völlig gleichartig sind; dann die Einöden und endlichdie Dörfer und Weiler. Um über das zahlenmässigo Ver-hältnis dieser drei Hauptelemente eine nähere Vorstellungzu gewinnen, mögen hier einer Statistik des Jahres 1776 inden Westenrieder’schen Jahrbüchern einige Daten entnommenwerden. Darnach waren es damals in den vier RentämternMünchen, Burghausen, Landshut und Straubing : Hofmarchcnund Edelsitze beziehungsweise 368 —139— 460 — 216, Dörfer2298—1920 -2311 - 1612, endlich Einödhöfe 2385—4609—4580—1552. Das Verhältnis war also derart, dass ausserdem fruchtbaren und schon frühe durch intensivere Wirtschaftausgezeichneten Rentamt Burghausen , etwa 1 Adelsitz auf6—7 Dörfer traf, dass aber die Zahl der Einödhöfe in München und Straubing der Dorfzahl ungefähr gleich, in Burghausen und Landshut doppelt so gross war. Auch das letztere Ver-hältnis entspricht wieder durchaus der Thatsache, dass indem Bezirk von Burghausen und ähnlich in dem von Lands-hut sich am frühesten eine intensivere Landwirtschaft ent-wickelt hat.
Die ersteren nun, die Hofmarchen und Edelsitze (ebensowie die Klöster), bleiben hier vorläufig unberücksichtigt; derSchwerpunkt ihrer Bewirtschaftung liegt in den auf derGrundunterthänigkeit beruhenden Verhältnissen, von denenunten im einzelnen die Rede sein wird.
1. Die Einöden- und Dorfwirtschaft.
Die Einöden 1 sind grosse bäuerliche Güter, von denDörfern vollständig abgelegen, manchmal bis zu einer Aus-dehnung von ] /i Quadratmeile an Wiesen und Feldern, fas
Reise durch den bayrischen Kreis, 1784, p. 181.