DIB FORDERUNGEN DER THEORETIKER.
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lieh alle „historischen und staatsrechtlichen Notizen über dielandesherrlichen Gerechtsame und Grundbarkeiten, über dieEntstehung der gutsherrlichen Gerichte und Scharwerke“zu bearbeiten und war von 1799 ab Mitglied derjenigen Ab-teilung der (noch näher zu erwähnenden) Generallandesdirek-tion, welcher das Privilegienwesen der Stände und Märkte,der Klöster und adeligen Gutsbesitzer, die Verträge undProzesse in Gerichtsbarkeits-, Scliarwerks-, Edelmannsfreiheits-und ähnlichen Angelegenheiten übertragen waren. Es standihm also die genaueste Kenntnis der Entwicklung wie derMissbräuche zu Gebote, als er 1802 sein „Natürliches Mittel,die Schar werke in Bayern aufzuheben“ publizierte und darinden Grundgedanken ausführte: Der Patrimonialgerichtsherr
hat keine anderen als jene Scharwerke, die der Landesherrauf seinen Privatbesitzungen besass, längst aber — seit 1665— in eine Geldabgabe umgewandelt hat, — es ist also nichtmehr als billig, dass die übrigen Gutsbesitzer mit der gleichenGeldabgabe an Stelle der Scharwerke sich begnügen. Mos-hamm aber spricht in seinen Schriften wie in seiner akade-demischen Lehrthätigkeit „prinzipiell“ den Frohndiensten über-haupt jede Berechtigung ab, „praktisch“ aber dringt er mitgrosser Entschiedenheit auf endliche Beseitigung der unge-messenen und auf Ablösung der gemessenen Frolmden durchGeldabgabe. Bezüglich der positiven . Mittel zur Förderungder Landwirtschaft werden namentlich die Vorzüge der „Arron-dierung“ oder — wie der erwähnte Moshamm sagt — der„Vereinödung“ entsprechend ins Licht gestellt. Vor allemist Iiazzi auch in dieser Hinsicht der begeisterte Vorkämpfer,der wiederholt in kleinen Schriften, die sich ebenso durchumfassende Sachkenntnis wie durch eine packende populäreDarstellung auszeichnen, für seine Ideen eintritt. Auch ar-beitete der 1809 gegründete landwirtschaftliche Verein ge-rade auf diesem Gebiete erfolgreich an der Aufklärung derLandbevölkerung: war es doch einer der ersten Schritte,mit denen er in die Öffentlichkeit trat, dass er — 1813 —ein grosses Preisausschreiben erliess mit dem Thema: „WelcheMittel und Wege führen am vorteilhaftesten und kürzesten