»We may characterize these cameralists of the books as the groupof writers distinguished from their contemporaries and from earlierand later theorists by constructing a ,science' or groupe of ,Sciences'around the central consideration of the fiscal needs of the prince 44 ).Small möchte sie daher »Fiskalisten« (fiscalists) nennen; dieserName erscheint ihm für ihren Charakter besser geeignet als derübliche. Ihre Hauptsorge war es, Geld zu beschaffen, denn diechronische Lage der europäischen Staaten war damals der Krieg,und besonders in Deutschland hieß es, kriegsbereit zu sein. Zudieser Zeit herrschte der Merkantilismus, und auch die Kameralistenwerden als Merkantilisten angesehen: »The cameralists are ge-nerally reputed to have been typical mercantilists« 4S ). Aberder Merkantilismus als ökonomische Politik in dem Sinne, wie erheute angesehen wird, existierte nicht unter den Kameralisten:»Mercantilism , the policy was war more than it was philosophy«,»er war die praktische Antwort auf die praktische Frage: was istfür unsern Staat unter diesen Umständen am praktischsten« 46 ).Small verteidigt nun die Kameralisten gegen all die Vorwürfe, dieman dem Merkantilismus machte, und behauptet mit Recht, mankönne von ihnen noch keine Theorien wie von Adam Smith ver-langen. — Das in kurzem die Quintessenz des Smallschen Buches:eine Stellungnahme zu seiner Definition der Kameralisten kannich erst dann nehmen, wenn ich selbst diesen Begriff entwickelthabe. Jedenfalls aber frage ich, warum er den Kameralismusbei Osse beginnt? Er gibt keinen Beleg dafür, daß es nötigist, gerade mit dem Verfasser des »Testaments « anzufangen.Ferner kann ich seiner Auseinandersetzung über Kameralismusund Merkantilismus nicht zustimmen. Doch davon später. —Eine kurze Besprechung des Werkes gibt Arthur Salz im Archivfür Sozialwissenschaft, in der er die Smallschen Ausführungen,besonders über die Staatsauffassung der Kameralisten und dasVerhältnis zwischen Kameralismus und Merkantilismus darlegt,ohne dazu kritisch Stellung zu nehmen. An anderer Stelle nenntauch Salz den Merkantilismus eine »Wirtschaftspraxis im Systemder kameralistischen Staatswissenschaft« 47 ).
Während diese Arbeit schon in ihren Grundzügen feststand,erschien ein zweites Buch über die Kameralisten, wieder voneinem Ausländer, einem Dänen, und zwar Axel Nielsen: »Dentyske Kameralvidenskabs Opstaaen i det 17. Aarhundrede. Köben-havn 1911«, das ins Deutsche von Bargum unter dem Titel:»Die Entstehung der deutschen Kameralwissenschaft im