dieser Metalle . . . vergrößerte«. »Wenn hingegen das Land Güterzu größerem Werte ein- als ausführte, so würde es nach der Bilanzfremden Nationen etwas schuldig bleiben. ... Je mehr aber derWechselkurs gegen ein Land stehe, desto ungünstiger werde auchseine Handelsbilanz« 4 ). Daher, so meint er, wurde der Außen-handel überschätzt, der Binnenhandel, der wichtigste von allen . . .,wurde nur als hilfeleistend bei dem auswärtigen Handel betrachtet.Er bringe, hieß es, weder Geld in das Land, noch führe er etwashinaus; es könne also das Land durch ihn weder reicher nochärmer werden« 5 ). Daher müßte ein Land ohne Bergwerke Edel-metalle aus dem Auslande beziehen. Dazu dienten der Ausfuhr-handel, die Rohstoffeinfuhr und das Verbot der Edelmetallausfuhr.»Es wurde die Hauptaufgabe der politischen Ökonomie, die Einfuhrfremder Güter zum inneren Verbrauch soviel als möglich zu ver-mindern und dafür die Ausfuhr der Erzeugnisse einheimischenFleißes soviel als möglich zu vermehren. Ihre beiden Hauptkunst-griffe, das Land zu bereichern, waren daher Beschränkungender Einfuhr und Erweiterung der Ausfuhr.« »Die Beschrän-kungen bestanden bald in hohen Zöllen und bald in gänzlichenVerboten« 6 ). Die Ausfuhr wurde durch Ausfuhrprämien und vor-teilhafte Handelsverträge ermuntert. Ferner suchte man durchBegründung von Kolonien »den Gütern und Kaufleuten« . . .»nicht nur besondere Vorrechte, sondern oft auch Monopole« 7 ) zuverschaffen. Ferner aber will das Merkantilsystem, sagt Smith,»nur diejenige Industrie begünstigen, die den Reichen und Mächtigenzugute kommt; . . . diejenige hingegen, die den Armen undDürftigen Vorteil' bringt, wird nur allzuoft vernachlässigt oder garerdrückt« 8 ). Weiter aber zeigt sich, daß »in dem Merkantilsystemdas Interesse der Konsumenten fast beständig dem der Produzentenaufgeopfert, und es scheint, daß nach demselben die Produktionund nicht die Konsumtion als Endzweck aller Industrie und allesHandels betrachtet wird« 9 ). »Nicht die Konsumenten sind, wieman sich leicht denken kann, die Stifter des Merkantilsystems ge-wesen — denn ihr Interesse wurde vollständig vernachlässigt —sondern die Produzenten waren es, weil ihr Interesse so sorgfältigdabei berücksichtigt wurde« 10 ). — Soweit Adam Smith, der mitall diesen Äußerungen ein Merkantilsystem aufstellt und gleich-zeitig verdammt, wenn er auch weiß, daß er es mit keinem ein-heitlichen Lehrgebäude zu tun hat.
Es erhebt sich nun die Frage: wie kommt Adam Smith zurBildung der Systeme? Leitete ihn nicht die Idee, die vor ihm
Beiträge zur Geschichte der Nationalökonomie. Heft 2 . 2
Zielenziger, Die alten deutschen Kameralisten.