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Untersuchungen an. In interessanter Weise nimmt Simonde deSismondi zu den Fragen Stellung. Ihm ist der Merkantilismuseine Erfindung der Kaufleute nicht Colberts , dem dies Systemgewissermaßen suggeriert worden sei. Aber es wurde bereitwillig"vom Staate angenommen, da er an dem Gewinn teilnehmen wollte.Diesem privatwirtschaftlichen Gewinnstreben mußte alles dienen.Nur die Kaufleute hatten Geld und konnten damit kommandieren:»ils etaient presque independans de l’autorite « 16 ). Darum wandtesich die Regierung an sie: »C’est ainsi que naquit le Systeme
mercantile«. Und dieses System erhielt bald eine plausible Form:»La richesse , disent ces premiers economistes, c’est l’argent.Les deux mots etaient vecus comme synonymes dans l’usage uni-versel«, und niemand zog diese Identität in Zweifel. Denn dasGeld herrschte über die Arbeit des Menschen und ihre Früchte,ihm verdankte man alles: die Erhaltung der Industrie, und desLebens. »L’argent est surtout necessaire dans les rapports desnations de nation ä nation; l’argent fait la force des armees etassure succes de la guerre; le peuple qui en a, commande ä celuiqui n’en a pas« 17 ). So muß alle Wissenschaft bestrebt sein, demVolke Geld zu verschaffen. Der Binnenhandel aber vermehre denReichtum nicht, denn »ce que l’un gagne, l’autre l’a perdu,«und die Nation hat nachher genau soviel wie vorher. Anders derauswärtige Handel, hier gilt es möglichst viel zu verkaufen, mög-lichst wenig zu kaufen, d. h. eigentlich: »qu’elle vende toujours etqu’elle n’achete jamais«. Denn wie jeder Kaufmann am Ende desJahres seine Bilanz macht und sieht, ob er gewonnen hat odernicht, ebenso ein Volk: »en additionant tous ces achats et toutesces ventes avec chaque nation« 18 ). Daher muß die Regierung fürden Außenhandel und die Industrie sorgen.
Wir sehen, es sind die alten Smithschen Ideen in einerhübschen und klaren Form. War Simonde de Sismondi schon derMeinung, mit Karl V. beginne ein Umschwung in der Wirtschafts-geschichte, so baute Blanqui darauf seine Gedanken über denMerkantilismus auf. Er sieht eigentlich nur in Karl V. den Übel-täter, und wie man diesem die Einführung der Sklaverei ver-danke, so auch die des Merkantilsystems. Seine vielen Kriegeerforderten viele Mittel, sein Schatz war leer, die Truppen schlecht,so erfolgte die Erhöhung der Zölle, die Begünstigung der Monopole.Dieses Beschränkungswesen setzte sich nach und nach fest, undKarl V. gab ihm die Sanktion. Seine Regierung lenkte »Europa mit Gewalt von den regelmäßigen Wegen der Gütererzeugung