ab«, »um es in die Wagnisse der Kriege zu stürzen«. Man suchteden Reichtum nicht mehr in der Arbeit, sondern in der An-häufung der Barschaft. »Damals fanden die ersten Versuche jenersonderbaren Theorie statt, deren Erfindung ganz den Spaniernangehört« 19 ). Pathetisch ruft Blanqui aus: »Tel est le Systemequi a donne naissance aux guerres innombrables dont l’Europe aete le theätre depuis l’avenement de Charles-Quint, et domineencore, ä leur insu, la politique commerciale de presque tous lesgouvernements modernes« 20 ). Sully und Colbert waren eifrigeVerfechter dieser Ideen. Denn nie nahm man ein Paradoxon be-geisterter auf als das Merkantilsystem, das nur seiner dogma-tischen Form sein langes Leben zu verdanken hatte. Aber manerwog nicht, sagt Blanqui nicht mit Unrecht, daß die Verall-gemeinerung sein Tod war: »sans considerer que ce Systeme sedetruisait en se generalisant, et que l’espoir de vendre sans acheterserait perdu le jour oü chaque peuple voudrait forcer ses voisinsd’acheter sans vendre« 21 ). Was aber, fragt er, blieb auf demSchlachtfeld als Siegeszeichen übrig: »le pauperisme, les gueressesde douanes, les crises commerciales et la cherte de tous les pro-duits« 22 ). Erst Adam Smith habe die Gebrechen des Merkan-tilismus hervorgehoben.
Dieselbe Wirkung wie in Frankreich erzielte Smith inDeutschland ; auch hier folgte man mit Begeisterung seinenIdeen. Die merkantilistische Politik Friedrichs des Großen undJosephs II. war durch die französische Revolution und ihre Folgengänzlich beseitigt worden; man wollte auch hier nichts mehrwissen von einer bevormundenden Tätigkeit des Staates, vonSchranken um das Land, das »laissez faire, laissez aller« siegteüber das alte »volkreiche nahrhaffte Gemein«. Kein Wunder,daß die Theoretiker auch in Deutschland einig mit ihrem großenLehrmeister waren, alles, was merkantilistisch hieß, zu ver-dammen.
So konnte Hufeland das Merkantilsystem »die schrecklichsteGeißel des 18. Jahrhunderts« nennen; ähnlich dachte Sartorius. Von Originalität findet sich bei ihnen keine Spur, und wie sieihre Systeme in engster Weise an Smith anlehnen, so urteilen sieüber den Merkantilismus mit denselben Ideen. Ludwig HeinrichJakob sagt daher: »Viele Staaten gingen nämlich von dem
Grundsätze aus, daß ein Staat um so reicher sey, je mehr er baaresGeld besitze, und ihr ganzes Streben ging also dahin, das baareGeld theils im Lande zu behalten, theils noch mehr hinaus zu ziehen