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Volkswirte gebracht hätten, könne doch die hellenische Epoche»nicht modern genug gedacht werden«, man müsse sie mit dem17. und 18. Jahrhundert vergleichen, »wo auch der Seeverkehrdurch Wind und Wetter vielfach gehemmt . . . die Landverbin-dung häufig ganz miserabel. . und erschwert und belästigt war . . .,und wo doch ein hochentwickelter Weltverkehr und eine ».Volks-wirtschaft 1 « im Bücherschen Sinne existierte« 85 ). Dann sagt ervon dem römischen Reich: »Die Kultur erscheint auch jetzt nochin der Form des Stadtstaates, der . . . sich hier . . . nocheinmal als Träger der antiken, d. h. auf griechischer Grundlageruhenden Kultur erweist« 86 ). Und zum Schluß: »Damit ist derKreislauf der antiken Entwicklung beendet. Die nofog und dasSelbstregiment sind untergegangen und an ihre Stelle tritt derBeamtenstaat des byzantinischen Reiches« 87 ). Das ist der Kern-punkt: wohl gab es volkswirtschaftliche Momente inHülle und Fülle, aber von einer geschlossenen Volkswirt-schaft war keine Rede. Es herrschte die noXig, der Stadt-staat, dem alles gehorcht. Bei einer Volkswirtschaft aberregiert das Prinzip der Koordination, damals bei der nöXigdas der Subordination. Bei Volkswirtschaften gilt jeder Ortgleichviel, im Altertum aber gab es nur ein Rom oder einAthen , dem alles botmäßig war. Halten wir das fest, dann werdenwir sehen, daß Bücher und Schmoller doch nicht so unrecht haben.Erst die neue Zeit brachte im Merkantilismus ein Zentrali-sationsprinzip zur Geltung, das den Staat in politischer undin volkswirtschaftlicher Hinsicht einen wollte. Und daß es imAltertum große Staaten wirklich schon gab, wissen Bücher undSchmoller auch, das betont Schmoller lange vor Oncken:»Große Staaten hatte es immer gegeben, aber sie waren nichtdurch Verkehr und Arbeitsteilung, nicht durch einheitliche Wirt-schaftseinrichtungen verbunden gewesen«; und noch einmal: »Diegroßen Staaten des Altertums waren keine einheitlichen volks-wirtschaftlichen Körper, jetzt aber« — er meint den Merkantilis-mus — »begann man die Politik der Städte auf die breite Grundlageganzer Staaten und Nationen zu übertragen« 88 ). Wie aber Onckenbei der Auseinandersetzung über den Systemcharakter des Mer-kantilismus sich keineswegs als konsequent erwies, so nun auchhier. Denn er selber gibt mehrfach den von Schmoller zuerstund mit aller Schärfe betonten staatenbildenden Charakterdes Merkantilismus z u. Oder was heißt es anderes, wenn ersagt: »Es bilden sich die territorialen Wirtschaftsgebiete mit Zoll-