mittel. Aber es wäre falsch, dieses mit dem Helfer ich sehen»Verkehrsmittel« 39 ) zu identifizieren. Das Helferichsche »Geld« istein Institut, ein Vermittler, der sich zwischen die einzelnen Trans-aktionen des Verkehrs schiebt und sie ermöglicht, das merkanti-listische »Geld« aber ist Kapital, und darin liegt der Fehler dermerkantilistischen Anschauung, daß sie dem Kapitalfaktor zuviel zu-traute, das Geld als das allein Befruchtende, wenn auch nichtals den alleinigen Reichtum ansah und es so überschätzte.Aber das hieß doch nicht Verranntsein in ein starres Dogma, da-gegen sprechen die trefflichen Worte in einer spanischen Denk-schrift an Karl II. von 1686: »Das kostbarste Metall, das unent-behrlichste, vortrefflichste und sicherste, das es je gegeben undjemals geben wird, das ist der Schweiß, der auf der Stirne perlt;er muß für das einzige Mittel gelten, welches ein kräftiges Staats-wesen erhalten kann. Denn da, wo er fehlt, hat auch Gold undSilber nicht lange Bestand, denn er allein ist die Münze, die inaller Welt den gleichen, den höchsten Wert besitzt« 40 ).
In engstem Zusammenhang mit dem Streben nach Geld stehtdie Handelspolitik; und hier ist es die Handelsbilanztheorie,die man gegen die Merkantilisten ins Feld führt; nennt doch selbstOncken sie das »einzige Dogma, welches das Merkantilsystem auf-gestellt hat« 41 ). Diese Bezeichnung ist viel zu stark, denn auchauf diesem Gebiete gab es keine geschlossenen Meinungen. Diedeutschen Merkantilisten legen zwar das Hauptgewicht fast nurauf den auswärtigen Handel und eine günstige Handelsbilanz,aber daß auch ihnen der Gedanke an eine Zahlungsbilanz nichtfehlte, hat das oben erwähnte Zitat aus Schroeder (S. 44) gezeigt.Hier erscheinen jedoch die Engländer, die damals begannen, einausgesprochenes Handelsvolk zu werden, viel einsichtiger, wie dieStudien von Heyking und Schacht beweisen. Die Zahlungs-bilanz war ihnen wohl bekannt, aber sie hielten die Waren-bilanz für nötiger; wir müssen immer wieder daran denken, daßdie Merkantilisten Augenblickspolitiker waren. Das gilt auchfür die Deutschen, wenn ihnen auch noch der freie Blick desKaufmanns und Seefahrers fehlte, der die Engländer schon aus-zeichnete. ThomasMun spricht klar aus, daß außer den Warennoch manches andere bei der Ein- und Ausfuhr ins Gewicht fällt:»There areyetsome other petty things, which seem to have referenceto this Ballance, of which the said Officers of His Majestics Cu-stoms can take no notice, to bring them into the accompt. Asnamely, the expenses of travailers, the gifts to Ambassadors and