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Strangers, the fraud of some rieh goods not entred into the Cu-stom-house, the gain which is made here, by Strangers by changeand re-change, Interest of Money, ensurance upon Englishmensgoods and their lives« 42 ). Doch halten Mun und die anderen diesePunkte für unbedeutend; ihnen galt es vor allem das zu be-trachten, was für England in jenem Augenblick das Wichtigstewar: die Erhöhung seines Warenexports« (Schacht 43 ).
Nicht in diesen wirtschaftlichen Anschauungen lag der Grund-irrtum des Merkantilismus verborgen, sondern in einem anderenMoment, das sie mitbedingte und bei dem der Liberalismus, vorandie Physiokraten, wenn auch meist unbewußt, mit der Kritik ein-setzte: dem Glauben an die Allmacht des Staates. Ihmwollten sie alles, der Bevölkerung nichts geben; sie glaubtenan die alleinseligmachende Tätigkeit der Regierung und predigtenBevormundung auf allen Gebieten. Sie verlangten Individuali-tät für die Staaten, aber versagten sie dem Einzelnen;denn sie kannten nur den »beschränkten Untertanenverstand«, da-mit aber kamen sie dem Absolutismus immer näher. Die kollekti-vistische Weltanschauung herrscht auf der ganzen Linie: der einzelnehat nur Geltung als Teil des Ganzen. Aber dieses bedingungs-lose Gehorchen, das der Staat verlangte, wollte er mit dem Eudämo-nismus gut machen: da der Staat äußerste Anspannung der Kräftealler braucht, wird er zum Wohlfahrtsstaat, will ihre Glückselig-keit und kümmert sich nun um alles 44 ). So bildet das eudämo-nistische Moment den ethischen G ehalt des Merkantilismus. Auchdie Idee des Kollektivismus ist dem Merkantilismus immanent;eine Kritik trifft damit zwar sie, nicht aber den Merkantilismusselbst, es ließe sich denken, daß sie auch einer anderen Bewegungangehören könnte.
6. Eine Kritik reizt zu Vergleichungen, ja sie ist mit ihnenaufs engste verwandt, indem man das Einst dem Heute gegenüber-stellt. Nicht nur die Politik der Bewegung, die wir behandeln,können wir mit den heutigen Zuständen vergleichen, sondern vorallem den Inhalt der Bewegung selbst: das Streben nach eineminnerlich stark gefestigten, von außen völlig unabhängigen Staat.Man spricht oft davon, daß wir in einer Zeit des Neomerkantilis-mus leben, oft genug wohl aus parteipolitischen Gründen, die füruns hier nicht in Betracht kommen; doch steckt in der Behauptungsicherlich viel Wahres, wenn auch der Vergleich nicht restlos auf-geht, da eine Zeit nicht wie die andere ist. Wenn wir aber ge-wisse, ja oft große Ähnlichkeiten zugeben, rechtfertigen wir am