so ergibt sich eins als die Folge des anderen: geistige, wirtschaft-liche und politische Gründe sind in gleicher Weise mitbestimmend.Wir sehen mit Beginn der Neuzeit einen politischen Zusammen-schluss der meisten Staaten und das Aufkommen einer neuenStaats- und Wirtschaftsauffassung und müssen in diesen Punktendurchaus die Hauptgründe für eine merkantilistische Bewegungerblicken. So ist das 16. Jahrhundert hauptsächlich angefülltmit Vorbereitungen für die Bewegung des Merkantilismus. Derdreißigjährige Krieg bringt in allem einen Rückschlag, dienationalen und zentralistischen Ideen, die vor ihm sich bemerkbar ge-macht hatten, unterliegen der Reaktion dieses Völkerwirrwarrs. Erstnach ihm kann sich der Merkantilismus mit aller Macht entfalten.
a. Als äußere Veränderungen konstatierten wir dieKämpfe der Monarchie gegen die Feudalität in den ein-zelnen Staaten, die Voraussetzung für den nationalen Zusammen-schluß waren. Dieser trat jetzt ein, dazu bedurfte es aberauch der inneren Reorganisation: damit stehen wir im Lagerdes Merkantilismus. Nun wird die Politik der Städte die derStaaten, aus der Stadt= entsteht die Volkswirtschaft. In Frank-reich ist es Franz I., der, von Karl V. besiegt, versucht, seinLand im Innern zu kräftigen. Zu diesem Zwecke läßt er großeKünstler kommen, und Lionardo da Vinci, Benvenuto Cellini ,Andrea del Sarto helfen bei seinem Werk. Doch noch ist diePolitik unentschieden, bald werden die Städte, bald das platteLand begünstigt, dazu toben die Kämpfe zwischen Katholikenund Hugenotten. Erst Heinrich IV. gelingt es, Ruhe im Landezu schaffen: das Edikt von Nantes sichert den Protestanten Schutz,und ein hochintelligenter, arbeitsamer und berufsfreudiger Bevöl-kerungsteil bleibt so dem Lande erhalten. Den Minister, Herzogvon Sully, kann man den ersten großen MerkantilistenFrankreichs nennen, wenn auch die Wege, die er ging, in vielemvon dem abweichen, was spätere merkantilistische Volkswirte taten.Wir wissen ja, daß sie nicht die Mittel, sondern das Ziel einte.»Sully preferait ä tout le commerce interieur. II voulait qu’avanttoutes choses la consommation de la nation fut assuree.« Er för-dert die nützliche Industrie, billigt den vernünftigen Luxus, aberer sieht noch im Ackerbau die erste Quelle zum Reichtum desLandes: »L’agriculture etait ä ses yeux le fondement principal dela richesse, le moyen de repartir equitablement l’abondance« 17 ).Daneben ordnet er die Finanzen, begünstigt auch den auswärtigenHandel und veranlaßt die Begründung der kanadischen Kolonien.