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von denen der Volkswirtschaft in wesentlichen Merkmalen ab-weichen«, wie Bücher treffend bemerkt 12 )*). Wenn wir unterWeltwirtschaft also nur eine expansive Betätigung über dieGrenzen der eigenen Volkswirtschaft verstehen, dann mag Bonn recht haben, daß man sich »mit gewissen Fragen der Weltwirt-schaft“ schon seit Jahrhunderten befaßt habe« 13 ); daß besonders dieMerkantilisten weltwirtschaftlich dachten. »Dieses Ideal einer sichselbst genügenden Volkswirtschaft, das der Versorgungspolitik desMittelalters zugrunde lag, ist von den Merkantilisten bewußt auf-gegeben worden. Wohl schwebte vielen von ihnen als letztes Zieleine staatliche Gemeinschaft vor, innerhalb deren Grenzen alleGüter selbst erzeugt werden und zwischen deren einzelnen Teilenein geordneter Güteraustausch vor sich geht . . . Aber überallherrschte das Bestreben vor, sie gleichzeitig durch eine bewußteAusfuhrpolitik zu bereichern. Damit war die Notwendigkeit vonGegenleistungen und damit die Verflechtung mit anderen Volks-wirtschaften schon gegeben, zumal zur Beschaffung der edelnMetalle, die ja zur Auflösung der Naturalwirtschaft unumgänglichnötig waren, den meisten Staaten nur die Warenausfuhr nachspanischen Gebieten möglich war« 14 ). Aber man darf den Mer-kantilisten und besonders den Kameralisten auch nicht zuviel welt-wirtschaftliches Denken einräumen, denn eine schiefe Auf-fassung blieb doch zurück: die Nahrungsidee des Mittelaltersund die Anschauung von dem sich selbstgenügenden Staat spuktein ihren Köpfen. Während sie andere mit ihren Produkten be-glücken wollten, erkannten sie nicht, daß das nicht ging, wennsie nicht selbst deren Kunden wurden. An eine wirkliche inter-
*) Mit dieser Definition lehnen wir die Ansichten ab, die Harms in neuesterZeit mit besonderer Wärme vertritt. Wenn er sagt, die bisherige Gegenüberstellung vonVolks- tmd Weltwirtschaft sei unlogisch, beide brauchten ein einheitliches Fundament,daher könne das der Volkswirtschaft nicht die staatliche Wirtschafts- und Sozialpolitiksein, sondern dieses Analogon »besteht offenbar darin, daß auch für die Weltverkehrs-gesellschaft durch autoritative Gewalt Normen geschaffen werden, die jene internationalenBeziehungen regeln und fördern« (Weltwirtsch. Archiv, I, 2. H., S. 414), begeht er denFehler, die Abgrenzung nach juristischen, nicht nach wirtschaftlichen Motiven vorzu-nehmen. Mit der Ablehnung dieser Abgrenzung fällt auch die Notwendigkeit derBegründung einer neuen Weltwirtschaftswissenschaft, die Harms fordert, wenner sie auch als »Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaft« (a. a. O. S. 405) ansehen will.— Auf den Streit, der zwischen Harms und Bonn entbrannte, und in dem Hanns sichüber die »maßlosen Invektiven« Bonns (a. a. O. S. 417) und die »verwildernden Sittenin wissenschaftlicher Polemik« (S. 420) beklagt, einzugehen, ist zwecklos; es ist einKampf um die Priorität. Über die einschlägige Literatur s. d. Bemerkungen imAnhang.