aller fernem praetension darauff damit freywillig begeben.« DiesRecht aber, »wie es GOtt dem Samuel in die feder dictiret«, findetsich i. Reg. c. 8. v. n & seqq. 68 ). Diese Stelle zeigt wohl deutlich,daß es nicht erst Seckendorffs »Christenstaat« war, der, wieNielsen meint 69 ), gegen Aristoteles Front machte. Auch sprichtSeckendorff selbst in dem dreißig Jahr vorher erschienenen »Fürsten-staat« davon, daß der letzte Zweck aller Taten die Ehre Gottes sei.
Nicht unwichtig waren auch die wirtschaftlichen An-schauungen der Reformatoren, sind sie es doch vor allem,die den Wert der Arbeit betonen. Der Ackerbau gilt ihnen alsbesonders produktiv, während sie den Handel für weniger nützlichhalten. Luther billigt den ehrlichen Kaufmannshandel, richtetaber seinen Unwillen gegen den Groß- und Kleinhandel und dieGeldausfuhr, bei der es wunderlich wäre, daß sich Deutschland noch nicht in größter Armut befände, mache es doch alle Weltreich und bleibe selbst ein Bettler. »Deutschland ist ein sehrgut Land, hat alles genug, was man haben soll, zu erhalten diesLeben reichlich« 70 ). Das sind Gedanken, die wir später ähnlichbei Hornigk finden, der sich direkt auf Luther beruft (C. XXIV).Geld hält Luther, wie auch andere Reformatoren, für Reich-tum, den der Christ haben dürfe, ohne ihm aber zu dienen. Erschlägt auch eine Abschaffung des auswärtigen Handels und eineGüterverteilung durch den Staat vor. Am fortgeschrittensten zeigtsich Calvin; er hält Ackerbau, Handwerk und Handel für gleich-bedeutend, heißt als erster das Zinsennehmen für gut. Mit Schärfewenden sich alle Reformatoren gegen den Luxus, der das Geldaus dem Lande treibe, in Klagen, die Osse in seinem »Testament «wiederholt, das noch unter dem unmittelbaren Eindruck der Re-formation entsteht, den die späteren Kameralisten ziemlich über-winden.
Von letzter, aber nicht geringster Bedeutung war der Ein-fluß, den zeitgenössische ausländische Schriftsteller auf diealten Kameralisten hatten. Auf Bodins Bedeutung, die er durchseine »Six livres de la republique « errang, ist schon hingewiesenworden. Die Kameralisten, die in der Welt umherkamen, nahmenvon überall Eindrücke mit. Wir sehen Becher fortwährend aufder Reise nach Holland , kein Wunder, daß er viel in diesemWunderlande aller Merkantilisten lernte und sich in seinen Schriftenauf holländische Autoren, so Pieter de la Court , bezog 71 ). Auchmit den Engländern, wie Malynes, ist er bekannt. Weit größerist der Einfluß, den England auf Schröder ausübt, der als Mit-