glied der »Royal Society« in London mit Männern wie RobertBoyle, William Petty , Newton, Hobbes u. a. befreundet wird undvon ihnen die größten Anregungen empfängt. Es ist das Ver-dienst Srbiks, auf diese Tatsache aufmerksam gemacht zu haben;sie spricht auch mit Schärfe gegen Nielsens Meinung: denn die»Royal Society« stand in bewußtem Gegensatz zu Aristo-teles 72 ). Die Lektüre Laus zeigt uns seine große Bildung undseine Belesenheit in den Werken der bedeutendsten damaligenSchriftsteller, nämlich Childs, Lockes, Machiavellis , des SpaniersSavedra u. a. Gerade auf diese Anregungen wird im III. Teilbesonders einzugehen sein.
Aus all diesen Einflüssen zusammen mußte eine bestimmteAuffassung sich herausbilden, in der unstreitig die merkanti-listische Idee hervorragte. So erhalten wir als die Summe derAnschauungen der alten deutschen Kameralisten den Be-griff des älteren deutschen Kameralismus. Er ist einebestimmte Art des deutschen Merkantilismus, nicht derdeutsche Merkantilismus, denn bestimmend wirkten hier nebenden nationalpolitisch - merkantilistischen Ideen gewissevolks- und privatwirtschaftliche Anschauungen mit.
c. Sicherlich aber ist der »Merkantilismus« der weitereBegriff, der »Kameralismus« ihm untergeordnet. DaSmall in ersterem nur eine Wirtschaftspolitik sieht, sagt er:»Mercantilism, the instinctive national policy of States in theprocess of evolution, while at the same time in miscellaneousstruggle with other States, was the most prominent objective realitvin the civic life of the time« 73 ). Der Kameralismus sei derübergeordnete Begriff, das System der Staatswissenschaften;in ihm finde die Politik des Merkantilismus seine Begründung.Die Unterordnung des einzelnen unter die Gesamtheit sei Ziel desKameralismus: »the salient fact about the cameralistic civic theorywas its fundamental assumption of the paramount value of thecollective interests, or in other words the Subordination of theinterests of the individual to the interests of the community« 74 ).Dieser Anschauung schließt sich Arthur Salz in seiner Rezen-sion 75 ) unbedingt an, wie er auch schon in seinem Aufsatz:»Leibniz als Volkswirt« den Merkantilismus einen »theoretischenLehrgehalt, die grundsätzliche Fundierung dieser Wirtschaftspraxisin einem Zusammenhang von Lehrsätzen, ein System der kamera-listischen Staatswissenschaft« nennt 76 ) (s. auch ob. S. 13). DieseAuffassung erscheint mir keineswegs als richtig, weil der Mer-