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Die alten deutschen Kameralisten : ein Beitrag zur Geschichte der Nationalökonomie und zum Problem des Merkantilismus / von Kurt Zielenziger
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zeigen: »My plan sagt er im Gegensatz zu Roscher igno-red the merely national relations of the respective authors, andtreated them as nearly as possible chronologically, and as pheno-mena of a coherent tendency of thought« 1 ). Mit Recht tadelt erdas Durcheinander, das Roscher anrichtet: »Roscher .... makesahodgepodge of identities by jumbling together survivals of mediae-val legalism like Besold, political scientists of the obsolescent notthe evolving type like Bornitz, political philosophers of massive

mold like Pufendorf, historical philosophers like Möser.and

incidentally the cameralists« 2 ). Aber auch ihn leitet ein ähnlicherGedanke wie Marchet: die Entwicklung der politischen Auffassungzu zeigen.

Es erhebt sich nun die Frage, nach welcher Methode dieDarstellung der Kameralisten erfolgen soll: chronologisch odersystematisch? Diese Überlegung wird bei solchen historisch-theoretischen Untersuchungen immer wieder erscheinen, deshalbsagt Cusomano sehr treffend: »Due metodi di esposizione cisi offrivano per tali studi, luno cronologico o storico, seguendogli scrittori per ordine di tempo, laltro sistematico, classifi-cando le loro opinioni secondo le partizioni odierne della scienza.II primo metodo molto comodo. Questo metodo ha il difettodella necessaria ripetizione dei nomi, ma anche il vantaggio dellunitä e della chiarezza« 3 ). Trotz aller Vorzüge der systematischenMethode mußte ich mich für beide Methoden entscheiden. Zueiner einigermaßen erschöpfenden Geschichte der Kameralistenerschien mir eine ausführliche Darlegung ihrer Anschauungen un-umgänglich. Ins Gewicht fiel dabei, daß das Smallsche Buch alsenglisches doch weniger in Betracht kommt, und für weitere For-schungen das mühselige Quellenstudium erspart werden muß. Da-her wird der zweite Teil sich auf eine objektive Inhaltsangabebeschränken; er wird die alten Schriftsteller ganz in den Vorder-grund stellen, während der Verfasser zurücktritt und nur insoweiteingreift, als er nach Pflicht des Historikers das Relevantevom Irrelevanten scheidet. Viele Zitate sind dabei nicht zu ver-meiden. Eine systematische Gruppierung nach leitenden national-ökonomischen Prinzipien soll der dritte Teil bringen, erst hierhat die Kritik einzusetzen.

2. Nach dieser methodologischen Frage ist nun eine anderezu beantworten: Wer gehört zu den alten Kameralisten?Darüber ist man sich bisher keinesfalls klar gewesen. Roschergibt keine Aufzählung aller Kameralisten, und in den Lexissehen