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an das Wort des Tiberius denken: »Boni Pastoris Esse TonderePecus, Non Deglubere«. Schließlich folgen noch die freiwilligenSammlungen und Legate der Bürger und Fremden. Im Schluß-buch bespricht er die Verteilung des Schatzes als Kirchen-,Zivil- und Militärschatz. In einem monarchischen Staat pflegtauch noch ein privater Schatz für den Fürsten errichtet zuwerden, das »Domanium« oder »Fiskus« 48 ). Für die Not istnoch ein besonderer Schatz vonnöten 49 ). — Diese Darlegung derBornitzschen Schrift über den Staatsschatz zeigt, daß man siewohl als einen Anfang zur Finanzwissenschaft ansehen kann.Sie ist aber rein deskriptiv, durchaus nicht merkantilistisch,geschweige denn kameralistisch.
Dasselbe wird sich zeigen, wenn wir die spätere Abhandlung:»Tractatus politicus de rerum sufficientia in republica etcivitate procuranda« 1625 untersuchen, die darin dem Tractat überden Schatz sehr gleicht, daß sie gewissermaßen eine »PraktischeVolkswirtschaftslehre« darstellt, eine »systematische Darstellungder ökonomischen Gewerbslehre (Glaser 50 ). Im ersten Buch be-spricht er die Güter, die zum menschlichen Leben dienen, ohne diekein Mensch leben könne; sie sind sein »zweites Blut«: »Id est Bona,quae alter sanguis hominum. Nec enim homo sine adminiculoRerum vivere. Ne dum civiliter vivere potest. Quippe quod hominesgratia, quaecumque in aere, mari et terra, nascuntur, condita sunt« 61 ).Gewisse Dinge gewährt die Natur und andere, deren Stoff auch derNatur entstammt, werden vom Gesetz eingesetzt, wie die Münzen.Die erste Sorge des Staatsmannes muß es sein, für die nötigenLebensmittel zu sorgen. Mit Schärfe verurteilt Bornitz auch hierdie Münzverschlechterung, nennt die Kipper und Wipper privateund öffentliche Diebe 52 ). Der Staatsmann hat zu sorgen für guteLuft, Feuer, Speise und Trank, daher für Früchte und Brot, Fleischund Gewürz, die Kleidung, Wohnung und die nötigen Geräte 63 ).All diese Güter werden durch Natur und Kunst beschafft, so ent-stehen die vier Zweige des Ackerbaus, Handwerks, Handels undder Dienstleistungen 54 ). Der Ackerbau zerfällt in die »Georgicasive Geoponica et Theriotrophia«: er bekümmert sich um guteBäume und Obstgärten, Gemüseanlagen, um die Pflege medizinischerKräuter, um Weinberge, Getreidebau und die nötigen Viehweiden.Es findet sich hier auch der Satz: »Was du in dem Lande unndFelde zeugen kanst/solst du bey den Außländern unnd Nachbarnnicht suchen« 55 ). Der andere Teil der Landwirtschaft gehört derViehzucht (»Theriotrophia et Bucolica«), dazu kommt auch die An-