für verbrecherische und faule Leute, nach dem Muster Amsterdams ,wie es später Becher und Schröder schaffen 60 ). — Die Handwerkerunterscheidet er nach ihrem Zweck: die einen sind die Vorbe-reitenden, die den Rohstoff verarbeiten, die andern die Fertig-fabrizierenden: diese sind notwendig, jene nützlich, die letztendienen dem Vergnügen. Er trennt dann nochmals in solche, diedem Leben, Lebensunterhalt und der Gesundheit, die der Kleidungund sonstigen Körperpflege, der Wohnung, den Geräten und Instru-menten, dem Militär- und Kriegswesen, dem Schmuck, Vergnügenund dem Spiele dienen 61 ), und bespricht nun eingehend die ein-zelnen Berufe: des Kaminkehrers, Müllers, Bäckers, der Fleischer,Köche, Brauer, Apotheker, Chirurgen, von denen er ein anatomi-sches Studium und Leichensezierung fordert, usw T . Es folgen danndie Bekleidungsgewerbe: Leinweber, Tuchmacher, Gerber usw.,darauf die metallischen; vom Goldmachen hält er nicht viel. DieGlasbläser, Ziegelbrenner, Goldschläger rechnet er auch dazu. Mitgroßer Ausführlichkeit werden nun die Fertiggewerbe dargestellt;die Schneider, Schuster, Kürschner, Hutmacher, Baumeister, Tischler,Steinarbeiter, Münzer, Goldschmiede, Uhrmacher, Glasmaler, Edel-steinschleifer, Töpfer, Drucker, Buchbinder, denen sich die Gewerbedes Kriegswesens und des Vergnügens, wie die Konditoren, Bader,»Seiffsieder«, die Maler*), Bildhauer, Erzgießer, Teppichwirker,Musikanten und noch sehr viele mehr anschließen 62 ).
Das dritte Buch beschäftigt sich mit dem Handel. Er istdie dritte Art, den Lebensunterhalt zu bereiten und zu verschaffen.Denn es ist durch die Fürsorge Gottes zur gegenseitigen Liebe derVölker und zur Wahrung ihrer natürlichen Verwandtschaft so be-schaffen, daß all das, was in einem Lande fehlt, im anderen imÜberfluß ist. Die Natur bringt an einem Orte nicht alles hervor,auch gibt es niemand, der alles mit gleichem Fleiß, Geschicklich-keit und Erfolg bearbeitet, so ernähren die verschiedenen Länderund Provinzen die verschiedenen Nationen und Geister. Daher hatdie natürliche Überlegung eine dritte Art und Weise erfunden,um dem Mangel der Natur abzuhelfen. Was der Staat ohne Schadenentbehren kann, wird wo anders hin überführt. Diese Art undWeise nennt man »Handlung/Kauffmannschafft« 63 ). Erbesteht
*) Kunst und Wissenschaft wurden damals gern zu den Handwerken gezählt, sodie Chirurgie, so die Malerei. Doch weiß Bomitz die großen Maler zu würdigen, ersagt, wir können »de nostro Apelle Germanorum Alberto Durero Noribergico«sprechen und nennt weiter: »Post Durerum dein celebris fuit Lucas Cranach , senioret junior Wittebergae« aber »Durero nemo hactenus par fuit« (Kap. 93).