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Die alten deutschen Kameralisten : ein Beitrag zur Geschichte der Nationalökonomie und zum Problem des Merkantilismus / von Kurt Zielenziger
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die Autoren der juristischen Steuerliteratur der lateinischenSprache bedienten, was wohl den wissenschaftlichen Charakterihrer Schriften erhöhen sollte.

Der dreißigjährige Krieg trennt die alten deutschen Ka-meralisten in zwei Teile. Erst nach ihm können sie sich wirk-lich ausleben, erst nach ihm setzen wie im I. Teil gezeigtmit aller Kraft in den deutschen Ländern die Reformen im mer-kantilistischen Sinne ein. So finden wir denn auch die Haupt-vertreter dieser Richtung im 17. Jahrhundert in Becher, Hor-nigk und Schröder, den drei großen Österreichern, währendzu gleicher Zeit in Sachsen Veit Ludwig von Seckendorff wirkt.Unbedingt zu den Kameralisten hinzuzuzählen ist TheodorLudwig Lau, dessen meiste Werke bisher gänzlich unbekanntwaren, ferner Johann George Leib. Wenn Roscher einigedieser Autoren unter Titeln, wie »Zwei sächsische Staatswirte«(nämlich Osse und Seckendorff ) und »Die österreichische National-ökonomik unter Leopold I.« zusammenfaßt, so zieht er in ziemlichäußerlicher Weise, wenn auch nicht gerade falsch, die Grenzen nachihrem Wirkungskreis, der natürlich wesensverwandte Züge schuf.Aber nicht dieses Merkmal war es, das sie alle zusammenführte,sondern das kameralistische Wesen, wie wir es definierten.